Symbolfoto Ruhr_Konferenz

Das Ruhrgebiet ist Zukunftsregion

Die Landesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, dass das Ruhrgebiet eine innovative, vernetzte, wirtschaftlich starke Chancenregion wird – mit Impulsen für ganz Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus. Um dies zu erreichen, hat die Landesregierung die Ruhr-Konferenz gestartet. 

Das Ruhrgebiet ist eine Region voller Chancen, weil es mehr als fünf Millionen Menschen Wirtschaftskraft und Lebensqualität bieten kann – Wohnen, Arbeiten und Erholung in direkter Nachbarschaft. Sport und Kultur mit einer Fülle von Angeboten direkt vor der Tür. Kurze Wege und hohe Lebensqualität – auf diese Weise bieten Metropolen eine Antwort auf die Herausforderungen unserer Zeit, Wohlstand und Nachhaltigkeit zu vereinbaren. Ein starkes Ruhrgebiet ist Chancenregion, weil es ausstrahlen wird auf die Nachbarregionen und gut ist für ganz Nordrhein-Westfalen.

Deshalb hat die Landesregierung die Ruhr-Konferenz gestartet. Sie ist als Prozess angelegt und setzt auf Engagement und Teilhabe von Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung, Kultur, Gesellschaft und Kommunen. Die Ruhr-Konferenz soll den entscheidenden Impuls geben, um diese Zukunft zu gestalten und die Chancen zu nutzen. Dabei setzt sie auf die Ideen, die Gestaltungskraft und den Willen zur Zusammenarbeit in der Region selbst. Denn gemeinsam kommen wir weiter.

„Wer im Ruhrgebiet wohnt, wohnt in der Zukunft.“

Ministerin Ina Scharrenbach

Drei Phasen: Zuhören. Entscheiden. Umsetzen

Die Ruhr-Konferenz hat drei Phasen – Zuhören, Entscheiden, Handeln. In der ersten Phase ging es um das Zuhören. Start war im Frühjahr 2018 mit der Vorstellung der Idee durch Ministerpräsident Armin Laschet. Die Ruhr-Konferenz setzt auf Zusammenarbeit, Grenzen spielen keine Rolle. Kommunen, Unternehmen, Hochschulen, Bildungseinrichtungen, Kulturinstitutionen, Vereine, Verbände, Stiftungen, Kirchen und auch Einzelpersönlichkeiten – sie alle haben bei der Entwicklung von Projektvorschlägen mitgewirkt. Die Landesregierung hat dazu Themenforen aufgebaut, Veranstaltungen in unterschiedlichsten Formaten organisiert und vor allem zugehört: Menschen aus der Region, Fachleuten wie auch Bürgerinnen und Bürgern. Die erste Phase endete im Sommer 2019.

 

Heimat.Ruhr: Das Themenforum des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung

Für eine gute Stadtentwicklung sollen in der Metropolregion Ruhr Wohnraum, Gewerbe- und Grünflächen entwickelt und Brachen – unter anderem entlang von Bahnschienen – qualifiziert werden. Außerdem müssen Lösungen gefunden wer-den, damit Altlasten, ungenutzte Bebauung, aber auch die Verschuldungssituation einzelner Kommunen kein Hemmnis für eine wertvolle Stadtentwicklung darstellen.

Im Themenforum „Heimat.Ruhr“ haben sich Expertinnen und Experten in verschiedenen Veranstaltungsformaten mit diesem Thema auseinandergesetzt. Dabei standen das Entwickeln von Flächen für Wohnen und Arbeiten im Ruhrgebiet sowie die erneute Verankerung des Grundsatzes „Wohnbebauung als Motor für städtebauliche Qualitäten“ im Fokus.

Unter der Moderation von Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung, und Hildegard Müller, Vorstand Netz & Infrastruktur innogy SE, wurden Fragen aufgeworfen und diskutiert wie: Wie können Stadtquartiere der Zukunft in einer hochverdichteten und von Industrie geprägten Region aussehen? Wie kann die Qualität des Aufenthaltes auf öffentlichen Plätzen verbessert werden? Wie gelingt es, durch eine städtebauliche Vielfalt die Einzigartigkeiten der Kommunen zu unterstreichen und weiterzuentwickeln? Wie können städtebauliche Qualitäten wieder mehr in den Fokus der kommunalen Politik gerückt werden?

Phase 2: Entscheiden

Der zweite Abschnitt der Ruhrkonferenz war die Entscheidungsphase. Alle Themenforen haben ihre Projektvorschläge der Landesregierung bis zum 15. Juli 2019 vorgelegt. Zu den Projektvorschlägen der Themenforen konnten Kommunen, Verbänden und von Bürgerinnen und Bürgern Rückmeldungen geben. Im Herbst 2019 hat die Landesregierung über das Gesamtpaket der Ruhr-Konferenz beschlossen. Ziel ist es, zur Finanzierung der Projekte auch Mittel der Europäischen Union und des Bundes zu beantragen. 20 Themenforen haben 75 Projektvorschläge erarbeitet – darin eingeflossen sind Ideen aus über 50 Veranstaltungen sowie die von Bürgern über die Online-Plattform der Ruhr-Konferenz eingebrachten Ideen. In den Bereich des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung fallen sechs Projekte.

Ruhr Academy on Smart Metropolitan Transformation (RASMT)

Die RASMT ist ein Akteursnetzwerk, das Strategien, Konzepte und Instrumente für die integrierte Stadt- und Quartiersentwicklung in ausgewählten Innovationsräumen erarbeitet, erprobt, implementiert und zum Transfer in die Region und in Metropolregionen weltweit aufbereitet. Mehr Informationen finden Sie auf der Internetseite der Ruhr-Konferenz.

Kommunale Kredithilfe

Der bestehende Stärkungspakt wird in Bezug auf eine Lösung der kommunalen Altschuldenproblematik zu einer verlässlichen und nachhaltig wirkenden "Kommunalen Kredithilfe" weiterentwickelt, ohne dass es zu einer Vergemeinschaftung kommunaler Schulden kommt. Mehr Informationen finden Sie auf der Internetseite der Ruhr-Konferenz.

Innovation City - Ruhrquartiere in Transformation

Die im Rahmen von Innovation City entwickelte ganzheitliche, klimagerechte Quartiersentwicklung wird auf 15 über einen Wettbewerb ermittelten Ruhrquartiere ausgeweitet. Es werden zugleich Klimaschutz, Wohn- und Lebensqualität sowie Wirtschaftskraft und Standortaufwertung gefördert. Mehr Informationen finden Sie auf der Internetseite der Ruhr-Konferenz.

Wohnbebauung: Potentiale für Nachverdichtung im Wohnbereich und Baulücken

Um Preisspiraleffekte bei den Wohnungskosten und Umwelt- und Verkehrsnetzbelastungen durch lange Pendelstrecken zu verhindern, ist eine integrierte wohnungswirtschaftliche Entwicklung über die Stadtgrenzen hinweg erforderlich. Dazu werden ein Potentialkataster für Nachverdichtung im Bestand und ein Baulückenkataster für das Ruhrgebiet entwickelt. Mehr Informationen finden Sie auf der Internetseite der Ruhr-Konferenz.

Revitalisierung von Brachflächen

Um ausreichend Platz für neue Wohn- und Gewerbegebiete anbieten zu können, werden Brachflächen unter künftigen Nutzungsgesichtspunkten qualifiziert und priorisiert. Dafür wird ein Zeitplan entwickelt, und es werden Fördermittel generiert. Mehr Informationen finden Sie auf der Internetseite der Ruhr-Konferenz.

“Innovation Ruhr 2030 – Urban Challenges, Global Inspirations – Ruhr Solutions”;

Ein neues Dekadenprojekt für ein wettbewerbsstarkes, lebenswertes und klimaresilientes Ruhrgebiet mit internationaler Strahlkraft. Ziel des Dekadenprojekts „Innovation Ruhr 2030“ ist es, die Innovationsleistungen und -potentiale der Region durch synergetische Vernetzung der Innovationsprojekte verschiedener Themenforen in ausgewählten Innovationsräumen weiterzuentwickeln und ihnen eine Bühne mit internationaler Strahlkraft zu geben. Es will die Motivation und Selbstwirksamkeitserfahrung aller Akteure, die sich in den verschiedenen Themenfeldern und auf unterschiedlichen Maßstabsebenen für Innovationsprojekte mit internationalem Aufmerksamkeitspotential engagieren, steigern. Mehr Informationen finden Sie auf der Internetseite der Ruhr-Konferenz.

Phase 3: Umsetzen

In den fünf Handlungsfeldern Mobilität, Wirtschaft und Arbeit, Vielfalt und Zusammenhalt, Energie und Umwelt, Bildung und Forschung werden die Projekte ab 2020 umgesetzt. In ihrer Kabinettssitzung am 5. November 2019 hat die Landesregierung die fünf Handlungsfelder der Ruhr-Konferenz unter dem Leitwort „Chancenregion Ruhr“ beschlossen. Die 74 verbliebenen Projektvorschläge werden diesen Handlungsfeldern zugeordnet und vorangetrieben. Die Ruhr-Konferenz bleibt ein offener Prozess – in den nächsten Jahren können weitere Projekte unter ihrem Dach umgesetzt werden, wenn sie zu den fünf Handlungsfeldern beitragen. Im Konsens mit den Kommunen wird entschieden, das Thema Altschulden außerhalb der Ruhr-Konferenz im Kontext der Beratungen mit dem Bund zu den Ergebnissen der Bundeskommission „Gleichwertige Lebensverhältnisse“ anzugehen. Die weiteren Projekte des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung wurden beschlossen.

Erfahren Sie mehr zu den Handlungsfeldern auf der Internetseite der Ruhr-Konferenz.

Wir haben einen Plan und ein Ziel: Wir wollen gemeinsam alles daransetzten, dass das Ruhrgebiet eine innovative, vernetzte, wirtschaftlich starke Chancenregion wird und vor allem eine lebenswerte Heimat für mehr als fünf Millionen Menschen bleibt – mit Impulsen für ganz Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus.