Baulandentwicklung

Landesinitiative Bau.Land.Leben

Ohne bezahlbares Bauland kein bezahlbares Bauen und damit kein bezahlbares Mieten. Deshalb hilft die Landesinitiative „Bau.Land.Leben“ dabei, Flächen für Wohnraum zu gewinnen.

Bau

Die Verfügbarkeit von Grundstücken ist ein wesentlicher Faktor, um mehr Wohnraum verwirklichen zu können. Deshalb hat Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen, die Landesinitiative „Bau.Land.Leben“ gegründet. Unter dem Titel „Wir leben Bauland. Mehr Bauland aktivieren, mehr bezahlbaren Wohnraum schaffen“ werden – bundesweit einmalig - Unterstützungsinstrumente des Landes vorgestellt, die maßgeschneidert zugeschnitten sind. Mit dieser Initiative bündelt das Ministerium alle Unterstützungsangebote, Initiativen und Aktivitäten zur Mobilisierung von Bauland erstmalig unter einem gemeinsamen Dach und unterstützt Kommunen und Grundstückseigentümer, Bauland zeitnah und nachfragegerecht zu entwickeln.

 

Die drei Ziele der Landesinitiative 

  1.  Die vorhandenen Förderangebote des Landes für die Schaffung von Bauland werden für Private und Kommunen leichter auffindbar und gleichzeitig vereinfacht.
  2. Die besonders bewährten Instrumente werden finanziell verstärkt.
  3. Neue Förderangebote helfen den Städten und Gemeinden künftig, Bauland noch schneller und in größerem Umfang zu schaffen.

Landesinitiative „Bau.Land.Leben“ Der Instrumentenkoffer beinhaltet folgende Werkzeuge

Bau.Land.Check
Symbolfoto Bau.Land.Check

 

„Bau.Land.Check“ ist ein Unterstützungsangebot an Städte und Gemeinden, die planerischen und wirtschaftlichen Grundlagen für die Nutzung ausgewählter Standorte schnell ermitteln zu können. Kommunen, die über Liegenschaften im besonderen Landesinteresse verfügen, können die Leistungen kostenlos abrufen. Die Kommunen wählen entsprechende Potenzialflächen aus ihrem Stadt- oder Gemeindegebiet aus und werden von Experten der landeseigenen Entwicklungsgesellschaft NRW.URBAN beraten. Größere Standorte (etwa ehemalige militärische Liegenschaften) werden individuell und projektbezogen entwickelt.

Weitere Informationen:

Alles Wissenswerte zum Werkzeug Bau.Land.Check: www.baulandleben.nrw

Bau.Land.Bahn
Symbolfoto Bau.Land.Bahn

 

„Bau.Land.Bahn“ besteht aus drei Bausteinen. Damit sollen Flächen in nahverkehrsfreundlichen Lagen schnell mobilisiert werden. Dazu sollen die Mittel für kommunale Rahmenplanungen und Strukturkonzepte um eine Million Euro erhöht werden. Die Kooperation mit der Deutschen Bahn soll darüber hinaus auf die Wachstumsregionen Düsseldorf, Köln und Münster ausgedehnt werden.

Im Rahmen der Landesinitiative „Bauland an der Schiene“ werden seit knapp einem Jahr Wohnbauland-Potenziale im Umkreis von rund drei Kilometern an Schienen-Haltepunkten identifiziert und mit bis zu 50 Prozent geförderten Rahmenplanungen und Strukturkonzepten konkretisiert. Hier arbeiten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ministeriums und der BahnflächenEntwicklungsGesellschaft (BEG) Nordrhein-Westfalen Hand in Hand. Der Ansatz „Bauland an der Schiene“ ist neu, konkret und wirksam.

Die Initiative wird zudem die Attraktivität der Schienenstrecken als Anbindung an die Zentren steigern. Mehr Fahrgäste in der Bahn bedeuten weniger Pendlerverkehr auf den Autobahnen. Parallel steigt durch mehr Fahrgäste die Wirtschaftlichkeit des Bahnverkehrs.

 „Bauland an der Schiene“ besteht aus einem zweistufigen Angebot an die Anliegerkommunen von Haltepunkten des schienengebundenen Personennahverkehrs (SPNV):

  •  Durchführung haltestellenbezogener „Baulandgespräche“. Das Angebot richtet sich an Städte und Gemeinden, die im Einzugsbereich eines oder mehrerer SPNV-Haltepunkte liegen (max. 3-km-Radius). Nur mit einem stimmigen und vorausschauenden Gesamtkonzept wird das zukünftige Mobilitätsverhalten der Einwohner tatsächlich beeinflusst. In die „Baulandgespräche“ werden neben den Kommunen als weitere Akteure die Verkehrsverbünde, Dienststellen der Bahn AG, die Regionalplanungsbehörden und weitere Behörden einbezogen.

  • Entwicklung integrierender Rahmenplanungen für geeignete Standorte abhängig von den Gesprächsergebnissen in unmittelbarer Abstimmung mit und unter Beteiligung der jeweiligen Kommune und Einbindung aller relevanten Akteure. In der zweiten Stufe unterstützt die Landesregierung an dazu geeigneten Standorten städtebauliche Rahmenplanungen mit einem Finanzierungsanteil von 50 Prozent.

254 Städte und Gemeinden erhielten im Oktober 2018 eine Einladung aus dem Ministerium, miteinander ins Gespräch über Flächenpotentiale zu kommen. 80 Städte meldeten sich bereits an, 66 Baulandgespräche haben in der Zwischenzeit stattgefunden. Die Landesinitiative  ist bis jetzt ein voller Erfolg. 2.769 Hektar Flächenpotentiale für Wohnungsbau im Umkreis von 127 Haltepunkten konnten identifiziert werden.

Weitere Informationen:

  • Alles Wissenswerte zum Werkzeug Bau.Land.Bahn: www.baulandleben.nrw

  • Übersicht der Baulandgespräche mit den einzelnen Kommunen: NRW-Karte (PNG, 837 KB, Stand Juli 2019)

Bau.Land.Partner
Symbolfoto Bau.Land.Partner

 

„Bau.Land.Partner“ dient dem Ziel, Hemmnisse bei der Aktivierung von ungenutzten und brachgefallenen Grundstücken zu beseitigen und die Brachflächen gemeinsam mit den Kommunen und Grundstückseigentümern zu neuem Leben zu erwecken. Geplant ist, diese Initiative auch künftig mit 1,4 Millionen Euro jährlich zu fördern.

Weitere Informationen:

Alles Wissenswerte zum Werkzeug Bau.Land.Partner: www.baulandleben.nrw

Bau.Land.Kommunal
Symbolfoto Bau.Land.Kommunal

 

„Bau.Land.Kommunal“ ist das Synonym für die Bereitschaft, Kommunen schnell, effizient und kostenneutral bei der Entwicklung neuer Baugebiete zu unterstützen, damit bezahlbarer Wohnraum bereitgestellt werden kann.

Hintergrund dieses Unterstützungsangebotes sind in einigen Kommunen fehlende finanzielle und personelle Ressourcen, um Bauleitplanungen zügig umsetzen zu können. Im Rahmen der kooperativen Baulandentwicklung, die bereits mit mehreren Kommunen vereinbart wurde, übernimmt das Landesunternehmen NRW.URBAN die Funktion des Entwicklungsträgers. Denn neben dem Mangel an verfügbaren Grundstücken ist auch die personelle Ausstattung der Bauämter eine Herausforderung für die Kommunen. In vielen Orten können freie Stellen in den Bauämtern nicht besetzt werden, so dass Förderprogramme nur schleppend genutzt werden. Mit der Entwicklungsgesellschaft NRW.URBAN können sich Kommunen das notwendige Know-how sichern und behalten dabei über den gesamten Entwicklungszeitraum den vollen Einfluss.

Ziel der kooperativen Baulandentwicklung ist es, auf den mobilisierten Baugrundstücken vielfältige und qualitativ ansprechende Quartiere mit einem Anteil von mindestens 30 Prozent gefördertem Wohnungsbau zu realisieren. Dabei werden regionale und städtebauliche Strukturunterschiede, zum Beispiel zwischen urbanen und eher ländlich geprägten Wohnquartieren, berücksichtigt.

Mit dem Entwurf für den Landeshaushalt 2020 wird vorgeschlagen, den Bürgschaftsrahmen von bisher 100 auf 200 Millionen Euro zu verdoppeln. Auch Gutachten, die für Bauleitplanungen erforderlich sind, können abgerufen werden. Dazu wird ein Rahmenvertrag mit Experten abgeschlossen, auf den die Kommunen zugreifen können. Damit werden zeitaufwändige Verfahren wesentlich verkürzt.

Weitere Informationen:

Alles Wissenswerte zum Werkzeug Bau.Land.Kommunal: www.baulandleben.nrw

Bau.Land.Forum
Symbolfoto Bau.Land.Forum

 

„Bau.Land.Forum“ bringt die Partner beim Bauen zusammen. Beim jährlichen Bauland-Dialog findet ein Austausch zwischen den Vertreterinnen und Vertretern des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung, der NRW.Bank, der BEG, NRW.Urban und des Verbandes für Flächenrecycling und Altlastensanierung (AAV) statt, so dass Erfahrungen ausgetaucht werden können. Außerdem gibt es die Plattform „Forum Baulandmanagement Nordrhein-Westfalen“ sowie konkrete Planungshilfen für die Kommunen, die beispielsweise Lösungen für immer wieder auftauchende Problemstellungen anbieten.

„Das Angebot steht. Jetzt sind alle am Bau Beteiligten aufgefordert, die verschiedenen Unterstützungs-Instrumente einzusetzen“, wirbt Ministerin Scharrenbach für die Offensive.

Weitere Informationen:

Alles Wissenswerte zum Werkzeug Bau.Land.Forum: www.baulandleben.nrw

Informationen zu den Landestöchtern

NRW.URBAN

NRW.URBAN ist ein erfahrener Partner in der Stadtentwicklung. Als hundertprozentiges Beteiligungsunternehmen des Landes NRW setzt NRW.URBAN Arbeitsschwerpunkte in der Flächenentwicklung für Wohnen, Industrie und Gewerbe sowie für komplexe städtebauliche Vorhaben, umfangreiche Maßnahmen der Stadterneuerung und des Stadtumbaus.

 

Bahnflächenentwicklungs-Gesellschaft NRW

Nordrhein-Westfalen hat gemeinsam mit der Deutschen Bahn AG eine Gesellschaft zur städtebaulichen Entwicklung von Bahnflächen gegründet - die BahnflächenentwicklungsGesellschaft NRW (BEG). Die BahnflächenEntwicklungsGesellschaft entwickelt und vermarktet für die Deutsche Bahn alle entbehrlichen Bahnflächen in über 240 nordrhein-westfälischen Kommunen. Die kooperativ betriebene Flächenentwicklung hat die Blockade bei der städtebaulichen Mobilisierung von Bahnbrachen aufgelöst und ist Vorbild für neue Kooperationsformen zwischen Bahn und Kommunen auch in anderen Bundesländern.