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Psychiatrie

Krankenhausdatenbank Nordrhein-Westfalen

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Landesgesundheitsbericht

Landesgesundheitsbericht

Landespsychiatrieplan

Titelseite Landespsychiatrieplan

Ziel der Psychiatriepolitik der Landesregierung ist die Sicherstellung eines an den Bedürfnissen der betroffenen Menschen orientierten qualitativ hochwertigen, wohnortnahen, barrierefreien und vernetzten Präventions- und Hilfeangebots. Eine stärkere Berücksichtigung und nachhaltige Verankerung von geschlechtsspezifischen und gendergerechten Ansätzen ist hierbei unverzichtbar. Im Hinblick auf die große Zahl von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte soll auch den kulturspezifischen Belangen angemessen Rechnung getragen werden.

Informationen über Angebote für psychisch belastete Geflüchtete

 

Als erste Anlaufstelle für die Beratung über die Behandlungsmöglichkeiten innerhalb der jeweiligen Region werden in den Kommunen und kreisfreien Städten sozialpsychiatrische Dienste in der Regel in den Gesundheitsämtern vorgehalten. 

 

Therapeutische Behandlungsangebote

Bürgerinnen und Bürgern mit psychischen Erkrankungen steht ein breit gefächertes Angebotsspektrum an ambulanten, teilstationären und vollstationären Hilfen zur Verfügung. Für die stationäre psychiatrische Akutbehandlung sind für Kinder und Jugendliche 32 Fachkrankenhäuser und Fachabteilungen für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie und 58 Tageskliniken im Krankenhausplan NRW ausgewiesen. Für Erwachsene umfasst das Angebot 104 Fachkrankenhäuser und Fachabteilungen für Psychiatrie und Psychotherapie bzw. Psychosomatische Medizin und Psychotherapie sowie 156 Tageskliniken.

Krankenhausdatenbank NRW

 

In der Regel halten die Krankenhäuser eine psychiatrische Institutsambulanz (PIA) vor. Aktuell gibt es in NRW 124 PIAs für Erwachsene und 32 PIAs für Kinder und Jugendliche. Neben den fachärztlichen Praxen haben die Institutsambulanzen durch ihre ambulanten Behandlungsangebote und ihre Anbindung an stationäre Einrichtungen eine wichtige Brückenfunktion. Im ambulanten Bereich bestehen zusätzlich zu den fachärztlichen Praxen und den PIAs weitere Behandlungsmöglichkeiten im Rahmen der ambulanten Psychotherapie, der ambulanten psychiatrischen Pflege, der ambulanten Soziotherapie und der Heilmittel (bspw. Ergotherapie, Physiotherapie, Sprach- und Sprechtherapie). Zudem werden Leistungen der medizinischen, beruflichen und sozialen Rehabilitation angeboten. 


Durch eine gemeindeintegrierte therapeutisch und rehabilitativ ausgerichtete personenzentrierte psychiatrische Hilfestruktur können zwangsweise Unterbringungen von psychisch kranken Menschen bei krankheitsbedingter Fremd- oder Selbstgefährdung verhindert werden. Sie erleichtert zudem die soziale Integration der betroffenen Menschen und wirkt einer Stigmatisierung und Ausgrenzung entgegen.



Gesetz über Hilfen und Schutzmaßnahmen bei psychischen Krankheiten des Landes Nordrhein-Westfalen (PsychKG)

Im Gesetz über Hilfen und Schutzmaßnahmen bei psychischen Krankheiten (PsychKG) des Landes Nordrhein-Westfalen sind die Hilfen für Menschen mit psychischen Störungen und die Voraussetzungen für eine öffentlich-rechtliche Unterbringung in Rahmen einer psychiatrischen Krankenhausbehandlung festgeschrieben. Eine Unterbringung ist nur zulässig, wenn auf Grund eines durch eine psychische Erkrankung bedingten Verhaltens gegenwärtig eine erhebliche Selbstgefährdung oder eine erhebliche Fremdgefährdung  besteht, die nicht anders abgewendet werden kann.

Das PsychKG ist 2016 novelliert worden und diese Novelle zum 01. Januar 2017 in Kraft getreten. Im neuen PsychKG werden die aktuellen Vorgaben des Bundesverfassungsgerichtes, der UN-Behindertenrechtskonvention  und des Patientenrechtegesetzes berücksichtigt und umgesetzt.

Gesetzestext des PsychKG

 

Der Gesetzesvollzug unterliegt der gerichtlichen Überprüfbarkeit und der staatlichen Aufsicht. Zu den Kontrollmaßnahmen gehören vor allem Begehungen der betreffenden Kliniken durch die staatlichen Besuchskommissionen, in die neben Fachärzten und Juristen auch Vertretungen der Betroffenen und der Angehörigen berufen werden. Über die Tätigkeit der Besuchskommissionen erfolgt alle zwei Jahre ein Bericht an den Landtag.

Berichte der Besuchskommission an den Landtag NRW



Landespsychiatrieplan NRW

Nach dem Gesetz über den öffentlichen Gesundheitsdienst des Landes Nordrhein-Westfalen (ÖGDG NRW) legt das zuständige Ministerium regelmäßig Gesundheitsberichte als Grundlage gesundheitspolitischer Planungen vor. Diese Landesgesundheitsberichte sollen dem Landtag zugeleitet werden. Mit diesen Vorgaben sind Aufgaben der Berichterstattung und Planung formuliert.

Mit der Novellierung des PsychKG wurde dieser Auftrag explizit auch für den Bereich der psychiatrischen Hilfen gesetzlich verankert. Mit dem Inkrafttreten des Gesetzes besteht die Verpflichtung für das zuständige Ministerium, einen Landespsychiatrieplan vorzulegen. Bereits im Frühjahr 2015 hat das MGEPA im Hinblick auf die Novellierung des PsychKG entschieden, in einem beteiligungsorientierten Prozess unter Einbezug von Betroffenenverbänden, Leistungsträgern, Leistungserbringern und Fach- und Wohlfahrtsverbänden die Grundlage für eine Landespsychiatrieplanung und die damit verbundene Weiterentwicklung der psychiatrischen Versorgung zu erarbeiten.

Die Ergebnisse des Beteiligungsprozesses im Zeitraum von Mai 2015 bis September 2016 wurden in einem schriftlichen Bericht zusammengefasst. Dieser Bericht enthält eine umfassende Bestandsaufnahme sowie von den Beteiligten entwickelte grundsätzliche Anforderungen an die Versorgung, konzeptionelle Ansätze zur Weiterentwicklung sowie Handlungsempfehlungen.

Bericht zur beteiligungsorientierten Phase

 

Auf der Grundlage der Ergebnisse dieses beteiligungsorientierten Prozesses und des im PsychKG vorgegebenen Auftrags hat das MGEPA in Abstimmung mit den anderen fachlich beteiligten Ressorts den Landespsychiatrieplan NRW erarbeitet. Herzstücke des Landespsychiatrieplans sind die Darstellung der Handlungsfelder, die auf Basis der Ergebnisse aus der beteiligungsorientierten Phase aus Sicht des Landes vordringlich zu bearbeiten sind, sowie die Benennung konkreter Handlungsschritte, mit denen die psychiatrische Versorgung in den kommenden Jahren qualitativ weiterentwickelt werden soll. Schwerpunkte liegen etwa bei der Reduktion von Zwang in der Psychiatrie, der Förderung psychiatrischer Verbundstrukturen oder dem Ausbau ambulanter Krisendienste.

Landespsychiatrieplan NRW

 


Projekte, Maßnahmen und Initiativen


Landesinitiative „Starke Seelen – Starke Netze“

Im Bereich der Verknüpfung von Prävention und Hilfen setzt die Landesregierung einen besonderen Schwerpunkt  auf die Verstärkung von Maßnahmen, die auf den Erhalt und die Verbesserung der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen gerichtet sind. Hierzu hat die Landesgesundheitskonferenz im Dezember 2010 eine entsprechende Entschließung verabschiedet. Unter Beteiligung aller Verantwortungsträger wurde 2013 eine Landesinitiative mit den Zielen gestartet, Verhaltensauffälligkeiten frühzeitig zu erkennen, Risikogruppen zu unterstützen und Lebenswelten durch gute Koordination der Sektoren Gesundheit, Kommunale Hilfen, Kita, Schule und Familienförderung zu vernetzen.

Landesinitiative starke Seelen: Erhalt und Förderung der psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen 


Modellprojekt der Stadt Bielefeld „Frühwarn- und Frühinterventionssystem zur Vermeidung und Bewältigung psychiatrischer Krisen"

Im Rahmen der Zielsetzung der Landesregierung, zwangsweise Unterbringungen nach dem PsychKG zu reduzieren, hat das MGEPA von 2010 bis 2013 das Modellprojekt „Frühwarn- und Frühinterventionssystem zur Vermeidung und Bewältigung psychiatrischer Krisen" der Stadt Bielefeld gefördert. In enger Kooperation mit den Akteurinnen und Akteuren vor Ort wurden in Bielefeld Prävention, ambulante Krisenhilfe bzw. Krisenmanagement, Nachsorge und Fortbildung weiter entwickelt und das Informationsangebot verbessert.

Abschlussbericht des Modellprojektes

Anlagenverzeichnis und Materialien des Modellprojektes


Studie "Angebotssituation und Qualität der Versorgung von Menschen mit psychischen Störungen/Erkrankungen in spezifischen psychiatrischen Handlungsfeldern"

Eingebettet in den Kontext der Landespsychiatrieplanung des MGEPA beauftragte das LZG.NRW im Sommer 2015 die Gesellschaft für Forschung und Beratung im Gesundheits- und Sozialbereich mbH (FOGS) aus Köln, die Versorgungssituation von Menschen mit psychischen Störungen/Erkrankungen in Nordrhein-Westfalen zu untersuchen. Ziel war es, die Versorgungsrealität abzubilden, um daraus Erkenntnisse für die Planung der psychiatrischen, psychosomatischen und psychotherapeutischen Versorgung in NRW ableiten zu können. Dabei wurden die Versorgung von Menschen mit psychischen Störungen in Krisensituationen sowie die regionalen Kooperations- und Verbundstrukturen in den Blick genommen. Darüber hinaus richtete sich der Fokus der Untersuchungen auf das Beschwerdewesen sowie die Selbsthilfestrukturen für Menschen mit psychischen Störungen/Erkrankungen.

Abschlussbericht der Studie


MGEPA im Überblick


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