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Gleichstellung - Unsere Ziele

Berufliche Gleichstellung und Potentialentwicklung


Wir wollen die Frauenerwerbstätigkeit in Nordrhein-Westfalen steigern und streben durch eine zielgerichtete Frauenförderung bessere Voraussetzungen für den Zugang von Frauen zu Führungspositionen an.

In Zusammenarbeit mit der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit werden wir den Wiedereinstieg in den Beruf für Frauen und Männer nach einer Familienpause stärken. Dazu sind bereits vorhandene Instrumente der Förderung des Wiedereinstiegs auf ihre Wirksamkeit hin zu überprüfen und fortzuentwickeln.

Wir werden einen Atlas zur Gleichstellung von Frauen und Männern als Mittel zur Information, Dokumentation und Kontrolle der Gleichstellungspolitik erstellen. Er kann auf dem Weg hin zu einem zukünftigen „Gesetz für Chancengerechtigkeit und Vielfalt“ wichtige Impulse liefern. Im Zuge dessen werden die einzelnen ministeriellen Gleichstellungsberichte
aufgegeben.

Wir werden Frauen in „Männerberufen“ und Männer in „Frauenberufen“ fördern. Dazu werden wir unter anderem den „Girls Day“ und den „Boys Day“ weiterentwickeln, damit diese eine nachhaltigere Wirkung erzielen.

Wir wollen den Anteil von erwerbsfähigen Frauen ohne beruflichen Bildungsabschluss reduzieren. Die Teilzeitausbildung in Nordrhein-Westfalen soll gestärkt werden.

  

Schutz und Hilfe bei Gewalt gegen Frauen und Männer

Laut Studien wird etwa jede vierte Frau in Deutschland im Laufe ihres Lebens Opfer von häuslicher Gewalt. Das ist eine erschreckend hohe Zahl, hinter der sich tragische Einzelschicksale verbergen. Wir begrüßen es ausdrücklich, dass die EU-Kommission das Jahr 2017 zum Jahr der Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen erklärt hat.

Die Frauenhäuser stellen für die Betroffenen oft die letzte Zuflucht dar. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Frauenhäusern leisten eine unverzichtbare Arbeit. Wir wollen für das Netz der Frauenhäuser in Nordrhein-Westfalen deshalb eine solide Finanzierung sicherstellen.

Es bedarf auch einer wissenschaftlich fundierten Planung einer landesweit bedarfsdeckenden Versorgung des spezialisierten Hilfeleistungssystems unter Berücksichtigung von ambulanten und stationären Angeboten im städtischen und ländlichen Raum. Auch Männer können Opfer von häuslicher Gewalt werden. Im Rahmen der Planung zum spezialisierten Hilfeleistungssystem ermitteln wir die Bedarfe von betroffenen Männern und werden auf dieser Grundlage zukünftig entsprechende Angebote gestalten, um die benötigten Hilfen und den erforderlichen Schutz bereit zu stellen.

Es wird eine „Landeskoordinierungsstelle zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Männer und zur Stärkung des Opferschutzes“ eingerichtet. Deren Aufgabe ist es im Besonderen, einen behörden- und institutionenübergreifenden Erfahrungs- und Informationsaustausch zu organisieren und zu moderieren sowie die Umsetzung der Landesaktionspläne fachlich zu begleiten. Die Landeskoordinierungsstelle fungiert zugleich als Bindeglied zu den in Nordrhein-Westfalen ansässigen Interventionsstellen bei häuslicher Gewalt, die durch ihren pro-aktiven Ansatz zeitnah nach einem Polizeieinsatz
den betroffenen Opfern ein Beratungsangebot unterbreiten.

Der Landesaktionsplan „Gewalt gegen Mädchen und Frauen“ wird fortgeführt. Es wird ein Landesaktionsplan „Gewalt gegen Männer entwickelt.

Mit der Schaffung der Möglichkeit für die Polizei, mit Richtervorbehalt häusliche Gewalttäter längerfristig in Gewahrsam nehmen zu können, werden wir in Nordrhein-Westfalen endlich eine Gesetzeslücke schließen. Die Anonyme Spurensicherung werden
wir ausbauen. Nordrhein-Westfalen wird sich zudem an der Dunkelfeldstudie des Landeskriminalamtes Niedersachsen zu Gewalt gegenüber Mädchen und Frauen beteiligen.

 

 

Geschlechtsbezogene Gesundheitspolitik

Ausgehend von den Erkenntnissen der Frauengesundheitsbewegung, der Gesundheitswissenschaften und der Gender Medizin führte die WHO bereits 2001 die Geschlechterperspektive in das Gesundheitswesen ein. Denn Frauen und Männer sind anders krank und weisen Unterschiede im ihrem Gesundheitsverständnis sowie im Gesundheitshandeln auf. Daher benötigen Frauen und Männer eine geschlechtsbezogene Diagnostik und geschlechtersensible Präventions-,Versorgungs- und Rehabilitationsangebote, um Unter-, Über- und Fehlversorgungen zu vermeiden. Letztlich trägt dies zu einer Kostenreduktion im Gesundheitswesen bei.

Mit der Finanzierung des Kompetenzzentrums Frauen und Gesundheit NRW wird dieser Erkenntnis Rechnung getragen. Die Verknüpfung von Theorie/Wissenschaft und Praxis, die Vernetzung von Akteurinnen und Akteuren im Gesundheits- und Sozialwesen werden fortgesetzt und weiterentwickelt. Darüber hinaus werden wir das Kompetenzzentrum beauftragen, seine Aktivitäten auf die Zielgruppe Männer zu erweitern.


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