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Pressemitteilung

30.11.2012 | Gesundheit: Ministerin Steffens: Aids-Prävention ist weiterhin unverzichtbar - Zahl der Neuinfektionen steigt leicht an

Das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter teilt mit:

In Nordrhein-Westfalen haben sich nach den aktuellen Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) in diesem Jahr rund 750 Personen (88 Prozent Männer, 12 Prozent Frauen) neu mit dem Aids-Virus infiziert. Damit hat sich die Zahl der HIV-Neuinfektionen in Nordrhein-Westfalen - vergleichbar mit dem Bundestrend - gegenüber dem Vorjahr leicht erhöht (2011: rund 730 neu infizierte Personen).


„Eine zielgruppenspezifische Aids-Prävention ist weiterhin unverzichtbar. Denn die neuen Zahlen zeigen: Es besteht kein Grund zur Entwarnung“, erklärte Ministerin Steffens heute (30. November 2012)  im Vorfeld des morgigen Welt-Aids-Tages in Düsseldorf. „Eine zusätzliche Herausforderung ist, den Anstieg von weiteren sexuell übertragbaren Infektionen, insbesondere der Syphilis, einzudämmen“, so Steffens weiter.


Die im vergangenen Jahr erhoffte Trendwende bei HIV-Neuinfektionen hat sich nach den aktuellen Schätzungen des Robert-Koch-Instituts leider nicht bestätigt. Betrachtet man die Infektionswege, so wird deutlich, dass Männer, die Sex mit Männern haben, auch 2012 nach wie vor die größte Gruppe bilden (540 Neuinfektionen). Dies unterstreicht, wie wichtig es ist, die HIV/Aids-Prävention zielgruppenspezifisch auszurichten und insbesondere die sexuell aktiven Männer, die Sex mit Männern (MSM) haben, zu erreichen.


Dieser Herausforderung begegnet die Landesregierung mit dem Präventionskonzept „Weiterentwicklung der HIV/Aids-Prävention in Nordrhein-Westfalen“. Es wurde zusammen mit der Freien Wohlfahrtspflege und den Kommunalen Spitzenverbänden erarbeitet, beschreibt die neuen Herausforderungen der Prävention und gibt Empfehlungen für die Praxis. Der Schwerpunkt des Landeskonzeptes ist die Minimierung von Neuinfektionen. Dazu gehören beispielsweise aufsuchende Beratung in Szene-Clubs, zielgenaue Bereitstellung von Informationsmaterial und Kondomen sowie Beratungsangebote im Internet.


Die Aufklärung, der Abbau von Ängsten und von Stigmatisierung muss in allen gesellschaftlichen Bereichen selbstverständlich stattfinden. Diskriminierung im Umgang mit HIV-Infizierten in der Arbeitswelt darf nicht länger Realität sein. Hier müssen die Unternehmen auch vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels im eigenen Interesse einen neuen, offenen Umgang mit chronisch Kranken und dementsprechend auch mit HIV-Infizierten finden. Nur so können wir gesellschaftlich der Stigmatisierung entgegentreten.


Ein unverzichtbarer Aspekt der HIV-Prävention ist die Verknüpfung mit der Prävention anderer sexuell übertragbarer Infektionen. Nach Phasen der Stagnation und des Rückgangs der Syphilis-Meldezahlen ist seit 2011 ein deutlicher Anstieg zu beobachten. Bundesweit erreichten die gemeldeten Neuinfektionen im vergangenen Jahr 2011 mit 4,5 Syphilis-Fällen pro 100.000 Einwohner den höchsten Wert seit Einführung des Infektionsschutzgesetzes im Jahr 2001. Mit 5,5 Fällen pro 100.000 Einwohnern wies Nordrhein-Westfalen die vierthöchste Neuinfektionsrate unter den Bundesländern auf und lag damit über dem Bundestrend. Dieser Trend scheint sich auch in 2012 fortzusetzen und wird vor allem als mögliche Ursache für den erneuten Anstieg von HIV-Neuinfektionen bei MSM gesehen. Da eine Syphilis-Infektion ein erhöhtes Risiko für eine HIV-Infektion darstellt, bedarf es hier ebenfalls gezielter Aktivitäten und Angebote. So werden in Nordrhein-Westfalen neben konventionellen HIV-Tests und HIV-Schnelltests seit 2010 auch kostenlos und anonym Syphilis-Tests in den Gesundheitsämtern angeboten. Diese wurden 2011 insgesamt 4.383 mal in Anspruch genommen - Tendenz steigend.


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