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Pressemitteilung

17.03.2018 | Heimat: Ministerin Scharrenbach: Heino und 520 Heimatgestaltenden beim ersten Heimatkongress in Münster

Das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung teilt mit:

Heino war die Überraschung auf dem ersten Heimatkongress des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung am Samstag, 17. März 2018 in Münster. Den rund 520 Mitgliedern von NRW-Heimatvereinen präsentierte Ministerin Ina Scharrenbach den fast 80 Jahre alten Schlagersänger und seine Partnerin Hannelore. Der gebürtige Düsseldorfer mit dunkler Sonnenbrille und blonden Haaren als Markenzeichen hatte sich als einer der ersten Heimatbotschafter engagiert. Er singe seit über 50 Jahren über Heimat, sagte Heino: „Ich bin froh, dass man überhaupt das Wort Heimat wieder in den Mund nimmt.“

Zum Heimatkongress waren die Mitglieder aus den drei großen Heimatverbänden des Landes nach Münster gekommen. „Heimat kann nicht von oben verordnet werden“, betonte Scharrenbach, „sondern muss von den Menschen ausgehen.” In fünf Foren diskutierten die Mitglieder des Westfälischen Heimatbunds, des Rheinischen Vereins für Denkmalpflege und Landschaftsschutz sowie der Lippische Heimatbund über den Begriff Heimat. Mit dabei war auch die Nordrhein-Westfalen-Stiftung und der Bund Heimat und Umwelt.

Der Heimatkongress in Münster gab Ehrenamtlichen die Möglichkeit, ihre Ideen zum Thema Heimat öffentlich zu machen. Viele der Besucherinnen und Besucher nutzten die Chance. Sie trugen sich auf dem Kongress in der Halle Münsterland auch als Heimatbotschafter ein. Damit stehen sie in einer Reihe mit fast 50 Prominenten aus Nordrhein-Westfalen: Neben Heino gehören auch der ehemalige Schalke-Fußballer Gerald Asamoah und der Journalist Hans Leyendecker aus Leichlingen im Bergischen Land zu den Heimatbotschaftern. Sie hatten in den vergangenen Monaten in der Kampagne des Ministeriums erklärt, was für Sie Heimat bedeutet.

In Münster zeigte sich,wie wichtig Heimatvereine als Brückenbauer zwischen den Kulturen zur Integration sind. Dr. Silke Eilers, die Geschäftsführerin des Westfälischen Heimatbunds, stellte konkrete, gut funktionierende Initiativen von Heimatvereinen aus Wuppertal, Verl, Siegen und Bielefeld vor. Beispiele von „Heimat für alle“, die nicht nur in Westfalen Schule machen können. Der Lippische Heimatbund war mit einem historischen Sonderzug der Landeseisenbahn Lippe nach Münster gerollt. Wie lokal und wie jung Heimat sein kann, zeigten nicht nur die Lipper den Kongress-Teilnehmerinnen und -teilnehmern in den Foren. Dass Heimat auch eine europäische Perspektive hat, belegten Teilnehmende aus Schweden und den Niederlanden.

Wie künftig die Gemeinden, Städte und Regionen in ihrem unverwechselbaren Charakter stärken können, hatte das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung in dieser Woche vorgestellt. Fünf Elemente sollen die Heimat konkret in den Vereinen und Regionen des Landes fördern. Über  Heimat-Scheck, Heimat-Preis, Heimat-Werkstatt, Heimat-Fonds und Heimat-Zeugnis können die etwa 160.000 Mitglieder der rund 900 Heimatvereinen noch stärker mitarbeiten.  Über 113 Millionen Euro stellt die NRW-Landesregierung insgesamt bis 2021 bereit, um die Heimat zu gestalten. Selbst die westfälischen Ethno-Kabarettisten Augustin Upmann und Heinz Weißenberg als „Die Bullemänner“ lobten diesen Einsatz für die Heimat.

Ganz bewusst, sagte Ministerin Scharrenbach, habe das Ministerium auf eine Definition des Begriffs Heimat verzichtet: „Wer den Begriff festlegt, grenzt aus, nicht ein.“ Heimat habe viel mit unsichtbaren Wurzeln eines jeden Menschen zu tun, die Halt, Orientierung und Überschaubarkeit in einer unübersichtlich gewordenen Welt bieten.

Das Verbindende und den Zusammenhalt in der Heimat stellte Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe in seiner Begrüßung heraus. Münster wurde Veranstaltungsort des ersten NRW-Heimatkongresses, weil 2018 dort dieses Jahr der 370. Jahrestag des Westfälischen Friedens gefeiert wird. In der Stadt wurde bis 1648 das Ende des Dreißigjährigen Krieg ausgehandelt. 

Die vielzitierten Unterschiede zwischen Rheinländern und Westfalen hatte Professor Christoph Zöpel bei den Diskussionen nicht festgestellt. Der Vorsitzende des Rheinischen Vereins sagte in Münster, es gelte in Nordrhein-Westfalen gerade auch im Denkmalschutz mehr zu tun für die Heimat.

Eine Doppel-Heimat hat Burkhard Spinnen, der in Mönchengladbach im Rheinland aufgewachsen ist und heute als Freier Schriftsteller in westfälischen Münster lebt. „Heimat – ein anderes Wort für Sehnsucht“ untersuchte er in seinem Beitrag in Münster.

Zum Abschied an dem bitterkalten Samstag gab es von der Westfalen-Initiative für alle Besucher des ersten Heimatkongresses eine bunte Mischung Landblumen-Samen. Mit dem Wunsch: „Bring‘ deine Heimat zum Blühen.“ Denn Heimat muss wachsen.

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