Foto Schloss Augustusburg Brühl Außenansicht

Bauliches Erbe

Nordrhein-Westfalen ist selbst im Besitz von baukulturellem Erbe. So gehören die UNESCO-Welterbestätte Schlösser Augustusburg und Falkenlust zu den Sonderliegenschaften des Landes.

Bau

Als Eigentümer steht das Land Nordrhein-Westfalen in der Verpflichtung, sein baukulturelles Erbe zu schützen, zu pflegen und sinnvoll zu nutzen. Darüber hinaus trägt das Land die Bauunterhaltungspflicht für Patronatsbauten, sogenannte Baulastverpflichtungen, die im Eigentum der Kirchen stehen und kirchlichen Zwecken dienen. Im Zuständigkeitsbereich des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen befinden sich bedeutende Denkmäler aus verschiedenen Kunst- und Bauepochen, darunter die UNESCO-Welterbestätte Schlösser Augustusburg und Falkenlust mit den zugehörigen Parkanlagen in Brühl.

 

Sonderliegenschaften

Auf dem Gebiet des heutigen Nordrhein-Westfalens hat es insbesondere vom 12. bis zum 14. Jahrhundert zahlreiche Klostergründungen gegeben. Im Zuge der Säkularisation zu Beginn des 19. Jahrhunderts ging das Vermögen der Klöster auf den jeweiligen Landesherrn und in der Folgezeit auf den preußischen Staat, dessen (Teil-) Rechtsnachfolger das Land Nordrhein-Westfalen ist, über. Dem Land Nordrhein-Westfalen gehören in der Reihenfolge der Entstehungsjahre folgende Kirchen:

  • die ehemalige Stiftskirche der ersten rechtsrheinischen Prämonstratenser Cappenberg in Selm (Anfang des 12. Jahrhunderts),

  • die Doppelkirche in Bonn-Schwarzrheindorf (1148 bis 1151),

  • die ehemalige Zisterzienserkirche Mariä Himmelfahrt in Harsewinkel-Marienfeld (1222 geweiht),

  • die Margarethenkapelle am Wittekindsberg in Porta Westfalica-Barkhausen,

  • die ehemalige Zisterzienser-Abteikirche Sankt Mariä Himmelfahrt in Odenthal/Altenberg (Altenberger Dom), gebaut in den Jahren 1255 bis 1379,

  • die ehemalige Stiftskirche Fröndenberg (1230 bis 1262),

  • das Kloster Marienthal in Hamminkeln, dessen Kirche in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts erbaut wurde.

 

Barocke Großbauten

Im 17. und 18. Jahrhundert wurden fast alle mittelalterlichen Klosteranlagen durch Um-, Erweiterungs- und Neubauten vergrößert und in barocken Formen neu gestaltet. Zum baulichen Erbe dieser Zeit gehören im Wesentlichen die folgenden barocken Großbauten:

  • die katholische Pfarrkirche Sankt Andreas in Düsseldorf, ab dem Jahr 1622 durch Herzog Wolfgang Wilhelm für die Jesuiten und zugleich als Hof- und Grabkirche erbaut,

  • die 1627/28 erbaute Wallfahrtskirche auf dem Kreuzberg in Bonn, der 1746 bis 1751 ein Stiegenbau mit triumpfbogenartig ausgebauter Fassade vorgelagert wurde (Heilige Stiege),

  • die Observantenkirche in Münster, 1698 errichtet,

  • die Namen-Jesu-Kirche in Bonn, eine ehemalige Jesuitenkirche vom Ende des 17. Jahrhunderts,

  • die Theresienkirche in Aachen, 1739 bis 1748 von Laurenz Mefferatis errichtet, mit der Ausstattung von Johann Josef Couven,

  • die Wallfahrtskirche Sankt Adelheidis in Bonn-Pützchen, eine ehemalige Karmeliterkirche aus dem 18. Jahrhundert, die nach einem Brand im Jahr 1887 und nach der Zerstörung im 2. Weltkrieg jeweils wieder aufgebaut wurde.

 

Schlösser Augustusburg und Falkenlust in Brühl

Eine Sonderstellung nimmt die ehemalige Abteikirche in Essen-Werden ein, die jeweils zur Hälfte dem Land Nordrhein-Westfalen und der Kirchengemeinde gehört. Sie ist in verschiedenen Bauphasen entstanden und stellt sich heute als dreischiffige spätromanische Emporenbasilika (1275 geweiht) mit Vierungsturm und ottonischem Westwerk (10. Jahrhundert) dar.

Zu den Sonderliegenschaften zählen weiterhin unter anderem:

  • Schlösser Augustusburg und Falkenlust in Brühl (Unesco-Weltkulturerbe)

  • Zitadelle in Jülich

  • die Ruinen: Burg Drachenfels, Löwenburg, Burg in Tecklenburg

  • Hexenturm in Bornheim

  • Paulusturm in Oelde und

  • Römergrab in Köln-Weiden.

 

Patronate

Die Erhaltung von Kirchenbauten ist nicht in jedem Fall einzig eine kirchliche Angelegenheit. Für die sogenannten Patronate trägt das Land Nordrhein-Westfalen die Bauunterhaltungspflicht. Diese „Kirchenbaulast“ gilt für insgesamt 135 Gebäude - zum Beispiel  Kirchen, Pfarr-, Küsterhäuser und Wirtschaftsgebäude - die im Eigentum Katholischer oder Evangelischer Kirchengemeinden stehen und kirchlichen Zwecken dienen.

Fast alle Gebäude stellen wertvolle Zeugnisse der Bau- und Kulturgeschichte Nordrhein-Westfalens dar. Zu ihnen gehören herausragende Bauwerke wie der Mindener Dom oder die romanische Rundkapelle in Drüggelte (Möhnesee-Delecke).