Wissens- und Spielebox "denk mal ... Industriekultur"

Industriekultur in Nordrhein-Westfalen

Die Tradition lebt weiter

2018 endete der Steinkohlebergbau in Nordrhein-Westfalen. Eine Industrie, die viel mit der Tradition in Nordrhein-Westfalen zu tun hat.

Die Steinkohle hat Nordrhein-Westfalen geprägt. Sie ist ein Teil unserer Heimat. In Dankbarkeit, in Anerkennung, in Respekt verbeugen wir uns heute vor denen, die unser Land großgemacht haben: vor den Bergleuten und ihren Familien. Bergleute, die mit Stolz jeden Tag einfahren und eingefahren sind. Ein Zusammenhalt – ohne den es unter Tage nicht geht, weil man sich aufeinander verlassen können musste. Ein Ende, welches mit viel Wehmut und Tränen einhergegangen ist und was mit neuen Anfängen verbunden sein wird. Auch das gehört zur vielfältigen Heimat in Nordrhein-Westfalen.

Damit das Steigerlied nicht verstummt, wollen wir an die Tradition erinnern und sie für zukünftige Generationen erlebbar werden lassen.

 

Entdecken Sie: Die Route der Industriekultur

Die Umnutzung herausragender Industriedenkmäler zu Stätten der Kultur und der Freizeit hat deren touristisches Potenzial herausgestellt und gefördert. Die Route der Industriekultur erschließt auf einem 400 Kilometer langen Straßenrundkurs das industriekulturelle Erbe des Ruhrgebiets. Zum Kernnetz der ausgeschilderten Straßenroute zählen die so genannten Primärstandorte, insgesamt 25 Ankerpunkte (Highlights), 17 Panoramen der Industrielandschaft (Aussichtspunkte) sowie die 13 schönsten Siedlungen verschiedener Epochen. Bereits die Ankerpunkte spiegeln unterschiedliche Aspekte der regionalen Industriegeschichte wider: in erster Linie die beiden zentralen Säulen Bergbau und Stahlindustrie, aber auch Themen wie Chemie und Energie, Binnenschifffahrt und Eisenbahn oder Wasserwirtschaft. Heute haben sich die Ankerpunkte der Route - national wie international - als Museums-, Veranstaltungs- und Kultur-Standorte einen Namen gemacht, als Einzelstandorte aber auch als beeindruckende Einstiegspunkte in das verbindende Gesamtsystem der Route. Die Route der Industriekultur ist außerdem Vorbild und Bestandteil der "Europäischen Route der Industriekultur (ERIH)".

 

Entdecken Sie: Die Wissens- und Spielebox "... denk mal: Industriekultur"

Das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen hat anlässlich des Endes des Steinkohlenbergbaus in Nordrhein-Westfalen eine Wissens- und Spielebox für Kinder und Jugendliche zur Industriekultur herausgegeben.

3.500 Industriedenkmäler in Nordrhein-Westfalen, 40 Museen: Klein und Groß können direkt vor Ort Industriegeschichte erleben. Das Ziel ist, eine Auseinandersetzung von Kindern und Jugendlichen mit ihrer Region, der Entwicklungsgeschichte sowie mit dem industriellen Erbe zu erreichen. Die Dimensionen von Kohle-, Eisen-, Chemie- oder Textilindustrie in unserem Land zu begreifen und eigene Wurzeln und damit ein Stück Heimat zu entdecken.

Die Industriekultur in Nordrhein-Westfalen ist einzigartig. Zahlreiche ehemalige Industrieflächen sind inzwischen zu Orten für Kunst und Kultur geworden. In ihnen ist Geschichte lebendig.

 

Bestellung der Wissens- und Spielebox "... denk mal: Industriekultur"

Die Wissens- und Spielebox "... denk mal: Industriekultur" kann im Broschürenservice des Ministeriums (Erscheinungsnummer S-235) kostenlos bestellt werden. Dort steht auch die komplette PDF-Version zum Download zur Verfügung.

 

RuhrTriennale

Einige herausragende Industriedenkmäler im Ruhrgebiet sind Spielstätten der RuhrTriennale. Dieses Kultur-Festival hat sein eigenständiges Profil im Rahmen anderer europäischer Festivals aus der Industriekultur definiert, indem sich seine Inszenierungen mit dem besonderen Ambiente der Spielorte auseinandersetzen.

 

Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur

Mit der 1995 gegründeten "Stiftung Industriedenkmalpflege und Geschichtskultur" wurde bundesweit erstmalig ein Instrument geschaffen, bedeutende Industriedenkmäler nach Aufgabe der betrieblichen Nutzung aus dem tagespolitischen Veränderungsdruck herauszunehmen. Derzeit betreut die Industriedenkmalstiftung 12 Standorte in Nordrhein-Westfalen mit bedeutenden Monumenten des Industriezeitalters. Der Schwerpunkt liegt auf Standorten der Montanindustrie. Neben Malakofftürmen, Fördergerüsten, Maschinen- und Schachthallen zählt auch die Kokerei Hansa in Dortmund zum Bestand. Die meisten Standorte befinden sich im Ruhrgebiet, aber auch im "Aachener Revier". Seit 2013 zählt ein frühindustrielles Denkmal zum Bestand - der Ahe-Hammer in Herscheid/Werdohl.

Die einzelnen Karten der Wissens- und Spielebox "... denk mal: Industriekultur"