Westflügel von Corvey mit Westwerkfassade

Kulturelle Giganten

Deutschland beherbergt 44 UNESCO-Welterbestätten. In Nordrhein-Westfalen finden sich gleich fünf davon sowie drei weitere Monumente von nationaler Bedeutung.

Bau

Sie sind die kulturellen Giganten im Denkmalschutz: Der Aachener Dom, die Schlösser Augustusburg und Falkenlust in Brühl, der Kölner Dom, die Zeche Zollverein in Essen und das Kloster Corvey zeigen die hohe Bedeutung und die kulturelle Vielfältigkeit Nordrhein-Westfalens in Bezug auf den Denkmalschutz. Mit der Aufnahme in die Liste der UNESCO-Welterbestätten wurde der geschichtliche, künstlerische und architektonische Rang dieser Stätten dokumentiert. Darüber hinaus verfügt Nordrhein-Westfalen ein Nationales Naturmonument. Nationale Naturmonumente sind geschützte Gebiete, die laut Bundesnaturschutzgesetz aus wissenschaftlichen, naturgeschichtlichen, kulturgeschichtlichen oder landeskundlichen Gründen und wegen ihrer Seltenheit, Eigenart oder Schönheit von herausragender Bedeutung sind. Von besonderer Bedeutung für Nordrhein-Westfalen sind zudem die beiden Nationalen Monumenten. Damit ist Nordrhein-Westfalen auch in Hinsicht auf Denkmäler ein Schwergewicht.

UNESCO-Welterbe Aachener Dom

Die Bischofskirche des Bistums Aachen wurde 1978 als erstes deutsches Kulturdenkmal in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen. Der Dom ist bekannt für seinen einzigartigen Domschatz. Der Aachener Dom hat für die Geschichte und Gegenwart eine besondere Bedeutung: als Grablege Karls des Großen, als Krönungskirche der römisch-deutschen Könige und als Wallfahrtskirche, die alle sieben Jahre Gläubige aus der ganzen Welt anzieht.

Aachener Dom

UNESCO-Welterbe Schlösser Augustusburg und Falkenlust

Die Schlösser in Brühl gehören zu den bedeutendsten Bauwerken des Barocks und Rokokos in Deutschland. Seit 1984 sind sie mit dem Schlosspark UNESCO-Welterbestätten.

Schloss Augustusburg mit Blick auf parkseitige Fassade mit Terrasse und Treppe

UNESCO-Welterbe Kölner Dom

Der Kölner Dom ist seit 1996 als Welterbestätte ausgezeichnet und mit  6,5 Millionen Besuchern jährlich die beliebteste Sehenswürdigkeit Deutschlands. Ein besonderes Ereignis in der jüngsten Geschichte des Kölner Domes war der XX. Weltjugendtag 2005 und der Besuch Papst Benedikts XVI. in Köln.

Kölner Dom

UNESCO-Welterbe Zollverein Essen

Die Zeche und Kokerei Zollverein in Essen sind seit 2001 UNESCO-Welterbe. Seit der letzten Schicht im Jahre 1986 hat sich Zollverein in eine Stätte für Kunst, Kultur und Kreativwirtschaft verwandelt. Das 55 Meter hohe Doppelbockfördergerüst gilt als Symbol für die Zeche.

Förderturm der Zeche Zollverein

UNESCO-Welterbe Kloster Corvey

Das ehemalig Benediktinerkloster Corvey ist seit 2014 UNESCO-Welterbe. Corvey war ein bedeutendes karolingisches Kloster, es verfügte über eine der wertvollsten Bibliotheken des Landes.

Westflügel von Corvey mit Westwerkfassade

Nationales Naturmonument Bruchhauser Steine

In Olsberg-Bruchhausen im Sauerland liegt das bislang einzige Nationale Naturmonument Nordrhein-Westfalens: Das rund 24 Hektar große Gebiet der Bruchhauser Steine. Die Bruchhauser Steine sind ein Boden- und Kulturdenkmal. Die Felsen und Blockfelder sind Lebensraum wild lebender Pflanzen, seltener und gefährdeter Blütenpflanzen, Flechten und Moose.

Bruchhauser Steine

Nationales Naturmonument Kluterthöhle

Seit 2019 hat Nordrhein-Westfalen ein zweites Nationales Naturmonument in Nordrhein-Westfalen. Die Kluterthöhle in Ennepetal ist eine einzigartige Naturerscheinung von bizarrer Schönheit. Die Ausweisung als Nationales Naturmonument unterstreicht ihre bundesweite Bedeutung als naturgeschichtliches Zeugnis und Lebensraum für seltene Tierarten. Zudem besuchen Patienten mit Atemwegserkrankungen oder Allergien die Kluterthöhle, um in der Höhlenluft ihre Beschwerden zu lindern. Die Kluterthöhle hat eine gleich dreifache Bedeutung: Sie ist ein Millionen Jahre altes Zeugnis eines versteinerten Korallenriffs, sie ist Lebensstätte für grundwassergebundene Tierarten und sie ist ein lokaler Publikumsmagnet. Das Millionen Jahre alte, aus mehreren Höhlen bestehende System hat eine Ganglänge von 7.600 Metern.

Felswand der Kluterthöhle

Nationales Monument Hermannsdenkmal bei Detmold

Das Hermannsdenkmal ist eines der bekanntesten Denkmale Deutschlands und ein Monument der Zeitgeschichte. Das Wahrzeichen des Lipperlandes und des gesamten Teutoburger Waldes liegt auf der 386 Meter hohen Grotenburg. Es ist ein beliebtes Ausflugsziel mit mehr als 500.000 Besuchern jährlich.

Hermannsdenkmal

Nationales Monument Kaiser-Wilhelm-Denkmal an der Porta Westfalica

Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal in Porta Westfalica wurde durch die damalige preußische Provinz Westfalen von 1892 bis 1896 errichtet. Das insgesamt rund 88 Meter hohe Denkmal reiht sich ein in die Reihe der deutschen Nationaldenkmale und markiert das "Tor zu Westfalen".

Kaiser-Wilhelm-Denkmal an der Porta Westfalica in der Frontalansicht