Daten und Fakten

Daten und Fakten

Hier finden Sie Daten und Entwicklungen rund um den Wohnungsmarkt in Nordrhein-Westfalen.

Bau

Informationen über aktuelle Entwicklungen sowie qualifizierte Prognosen über zukünftige Veränderungen auf den regionalen Wohnungsmärkten sind  wichtig für die Ausrichtung der Wohnungspolitik des Landes und der Kommunen.

Wie wichtig es ist, hierbei auf regional sehr unterschiedliche Entwicklungen einzugehen, zeigt die Regionale Wohnungsneubaunachfrage und Baulandbedarf infolge der Zuwanderung von Flüchtlingen nach Nordrhein-Westfalen sowie der demografischen Entwicklung bis 2020, die in Zusammenarbeit mit der NRW.BANK entwickelt wurde.

Desweiteren wird dies durch das für das Ministerium erstellte aktuelle Gutachten zur Evaluation und Fortschreibung der Gebietskulissen für die regionale Differenzierung der Wohnraumförderung in Nordrhein-Westfalen (März 2018) deutlich. Für das Gutachten wurden die bestehenden Gebietskulissen überprüft und aktualisiert. Die genutzte landesweit einheitliche breitgefächerte und kleinräume Datengrundlage ermöglicht es, die Förderbedingungen an den jeweiligen örtlichen Investitionsbedingungen auszurichten und eine regionale Dotierung der Förderbudgets unter Bedarfsgesichtspunkten zu ermöglichen.

Weitere Informationen:

Daten zum Wohnungsbau und zur Förderung von Wohnraum

Wohnungsbestand

Wohnungsbestand in Nordrhein-Westfalen steigt

Der Wohnungsbestand in Nordrhein-Westfalen steigt kontinuierlich an, denn der Neubau übersteigt nach wie vor den Wegfall veralteter Wohnungsbestände. Zum Stichtag 9. Mai 2011 wurde eine Gebäude- und Wohnungszählung im Rahmen des Zensus 2011 durchgeführt. Auf dieser Datenbasis erfolgt nunmehr eine jährliche Fortschreibung des aktuellen Wohnungsbestandes. Sie enthält seit 2011 im Vergleich zu den Vorjahren auch die Wohnungen mit teilweiser oder vollständiger Wohnheimnutzung.

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Wohnungsbestände in Nordrhein-Westfalen werden älter

Fast ein Fünftel der nordrhein-westfälischen Wohnungen wurden vor 1950 gebaut, deutlich mehr als die Hälfte stammen aus der Zeit vor 1960.

 

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Bestand preisgebundener Mietwohnungen geht zurück

Der Bestand preisgebundener Mietwohnungen in Nordrhein-Westfalen geht kontinuierlich zurück, obwohl das Land weit mehr in die Wohnungsbauförderung investiert als jedes andere Bundesland. Ein Grund ist das Auslaufen der Preisbindungen für viele Wohnungen nach planmäßig erfolgter Tilgung früherer Förderkredite. Hinzu kommt, dass die Preis- und Belegungsbindung für Wohnungen endet, weil Investoren ihre Förderdarlehen bereits vor 10 Jahren vorzeitig getilgt haben. Dieser abnehmende Trend setzt sich fort. In vielen Regionen des Landes Nordrhein-Westfalens herrscht bereits heute eine deutliche Anspannung auf den Wohnungsmärkten insbesondere bei preisgebundenen Wohnungen und im unteren Mietpreissegment. Deshalb ist es Ziel der Landesregierung, ein Klima für Neubau zu schaffen. Nur durch eine deutliche Ausweitung der Bautätigkeit in allen Marktsegmenten, sowohl im freifinanzierten wie auch im geförderten Wohnungsbau, beim Mietwohnungsbau und im Eigenheimbau ist es möglich, den Bürgerinnen und Bürgern angemessenen und bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung zu stellen.

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Modellrechnung bis 2030

Die NRW.BANK hat in einer Modellrechnung die voraussichtliche Entwicklung des preisgebundenen Mietwohnungsbestands bis 2030 berechnet. In der Modellrechnung wurden neben dem Bestand der preisgebundenen Wohnungen zum 31. Dezember 2017 und die planmäßig auslaufenden Bindungen auch bewilligte, aber aktuell noch nicht fertiggestellte Wohnungen bis einschließlich Mitte Juli 2018 berücksichtigt und unterstellt, dass diese in den nächsten Jahren fertiggestellt werden. Zukünftige Bewilligungen, aber auch vorzeitig auslaufende Bindungen nach außerplanmäßigen Tilgungen konnten in der Modellrechnung nicht berücksichtigt werden.

Baugenehmigungen im Wohnungsbau

Baugenehmigungen im Wohnungsbau entwickeln sich positiv

Die Entwicklung der Baugenehmigungszahlen für Wohnungen in Wohngebäuden über alle Marktsegmente nahm in den vergangenen 10 Jahren einen überwiegend positiven Verlauf. So stiegen die Baugenehmigungen von rund 30.000 im Jahr 2008 auf über 55.000 im Jahr 2016 an, was einem Anstieg von über 80 Prozent entspricht. Im Jahr 2017 wurden jedoch rund 17 Prozent weniger Baugenehmigungen für neue Wohnungen in Wohngebäuden als noch im Vorjahr erteilt. Die Hälfte des Rückgangs entfällt auf die Genehmigung von neuen Wohnungen in Mehrfamilienhäusern, jeweils ein Viertel auf Ein- und Zweifamilienhäuser und auf Wohneinheiten in Wohnheimen.
 

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Allerdings entwickelten sich die einzelnen Marktsegmente unterschiedlich. Während die Baugenehmigungen für Wohnungen in Mehrfamilienhäusern insbesondere 2013 und in den Jahren 2015 bis 2016 deutlich anstiegen, schwankte die Anzahl der Baugenehmigungen für Wohnungen in Ein- und Zweifamilienhäusern von Jahr zu Jahr erheblich.

 

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2017 gingen die Baugenehmigungen im Geschosswohnungsbau im Vergleich zum Vorjahr um fast 16 Prozent zurück. Etwa die Hälfte dieses Rückgangs ist auf den Bereich der Wohnheime zurückzuführen, deren Bedarf 2016 mit insgesamt mehr als 5200 bewilligten Wohneinheiten vor allem zur Unterbringung von Flüchtlingen sehr hoch war und deutlich über dem Bedarf der Vorjahre lag.

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Baufertigstellungen im Wohnungsbau (Neubau)

Noch zu wenige Fertigstellungen im Wohnungsbau in vielen Teilen Nordrhein-Westfalens

Die einst rückläufigen Baufertigstellungszahlen in Nordrhein-Westfalen steigen seit 2010 insgesamt wieder kontinuierlich an und lagen in den vergangenen fünf Jahren mit durchschnittlich knapp 39.000 Wohneinheiten deutlich über dem Vorjahreszeitraum mit rund 30.600 Wohneinheiten. Dennoch reicht die Bautätigkeit derzeit noch nicht aus, um den in vielen Teilen des Landes herrschenden Preisdruck aus den Wohnungsmärkten merklich abzuschwächen.
 

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In den einzelnen Marksegmenten stellt sich die Entwicklung der Baufertigstellungen unterschiedlich dar. Die Anzahl der Baufertigstellungen von Wohnungen in Mehrfamilienhäusern ist nach einem Rückgang bis 2009 überwiegend kontinuierlich auf mehr als das Doppelte wieder angestiegen.
 

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Die Anzahl der Baufertigstellungen in Ein- und Zweifamilienhäusern beliefen sich seit dem deutlichen Rückgang der Fertigstellungszahlen bis 2009, der durch die bundesweite Abschaffung der Eigenheimzulage verursacht wurde,  auf durchschnittlich rund 17.100 Wohnungen pro Jahr in den Jahren 2009 bis 2017, wobei in den vergangenen drei Jahren nur leicht unterdurchschnittliche Fertigstellungszahlen erreicht werden konnten.
 

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Anteil geförderter Wohnungen an den Baufertigstellungen steigt wieder an

Der Anteil der mit Mitteln der sozialen Wohnraumförderung fertiggestellten Wohnungen an allen neu geschaffenen Wohnungen in Nordrhein- Westfalen ist zwischen 2011 und 2015 sehr deutlich eingebrochen. Hintergrund war das deutlich sinkende Zinsniveau am Kapitalmarkt, das es fast unmöglich machte, geförderten Wohnungsbau allein mit zinsverbilligten Darlehen zu realisieren. Erst durch die Einführung von Tilgungsnachlässen in der Förderung ist der Anteil in den vergangenen beiden Jahren wieder leicht angestiegen.
 

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Programmvolumen und Ergebnisse der Wohnraumförderung

2016 und 2017 standen 1,1 Mrd. € für die Wohnraumförderung zur Verfügung

Seit 2016 standen erstmalig 1,1 Mrd. € für das Wohnraumförderungsprogramm des Landes zur Verfügung. Mit einem Ergebnis von 1,06 Mrd. € konnten 2016 über 96 Prozent der zur Verfügung stehenden Fördermittel trotzt des niedrigen Zinsniveau am Kapitalmarkt zielgerichtet eingesetzt werden. 2017 wurden mit rund 906,6  Mio. € über 82 Prozent der Fördermittel ausgeschöpft. Damit konnten deutlich mehr Fördermittel als in den Vorjahren eingesetzt und abgerufen werden.

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Schwerpunkt der Förderung liegt im Mietwohnungsbau

Während in den Jahren 2007 bis 2010 die anteilig meisten Mittel in die Eigentumsförderung investiert wurden, floss der Großteil der ausgezahlten Fördermittel seit 2011 in den Bau von Mietwohnungen.

Der Anteil der Mietwohnungsförderung betrug 2017 fast 90 Prozent, rund 8 Prozent wurde in Bestandsmaßnahmen und 2 Prozent in Eigentumsmaßnahmen investiert.
 

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Insgesamt wurden 2017 über 7.200 Mietwohnungen und knapp 180 Eigentumsmaßnahmen sowie knapp 2.260 investive Maßnahmen im Bestand gefördert.
 

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Neubauförderung

Tilgungsnachlässe erhöhen die Förderzahlen

Ende der 80er Jahre gab es in Nordrhein-Westfalen erhebliche Wohnungsnotstände. Um diese zu überwinden, hat das Land den sozialen Wohnungsbau in einer Größenordnung von 20.000 bis 35.000 Wohnungen pro Jahr gefördert.

Zwischenzeitlich hatten sich die Wohnungsmärkte in vielen Regionen des Landes entspannt. Die Attraktivität der nordrhein-westfälischen Metropolen und Universitätsstädte führte jedoch in den vergangenen Jahren zu einem starken Zuzug in die Städte. Auslaufende Preisbindungen ehemals geförderter Wohnungen und die wachsende Anzahl privater Haushalte führte zu Versorgungsengpässen und Verdrängungsprozessen. Auch durch die verstärkte Zuwanderung nach Nordrhein-Westfalen wird in den meisten Städten und Kreisen des Landes selbst bei Nutzung vorhandener Leerstände kurzfristig neuer Wohnraum benötigt.

Die Landesregierung stellt daher ein mehrjähriges Wohnraumförderungsprogramm für die Jahre 2018 bis 2022 mit einem Volumen von insgesamt 4 Mrd. Euro über die NRW.BANK bereit. Schwerpunkt bildet mit einem Volumen von über 2,5 Mrd. Euro die Förderung bezahlbarer Mietwohnungen. Sie ist für die Versorgung einkommensschwächerer Haushalte von großer Bedeutung, aber ebenso wichtig für ein altengerechtes Wohnungsangebot im ländlichen Raum sowie für den Neubau von rollstuhlgerechten Wohnungen.

Der Anteil der Eigentumsförderung wird durch gezielte Förderanreize landesweit bedarfsgerecht angehoben, insbesondere soll Schwellenhaushalten ein Eigentumserwerb erleichtert werden.

Die in 2015 eingeführten Tilgungsnachlässe im Mietwohnungsbau haben zu einer deutlichen Erhöhung der seit 2009 rückläufigen Förderzahlen im Wohnungsneubau geführt. Eine Ausweitung der Tilgungsnachlässe u.a. beim Eigenkapitalersatz in der Wohneigentumsförderung, die Erhöhung und Vereinfachung der Förderdarlehn sowie die Stärkung der Familienkomponente werden die Eigentumsförderung für Familien attraktiver machen und den Einstieg in selbstgenutztes Eigentum erleichtern.
 

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Förderung Modernisierung und Sanierung

Die meisten Menschen in Nordrhein-Westfalen leben in Wohnungen oder Eigenheimen, die vor vielen Jahren – in der Regel sogar vor Jahrzehnten – gebaut wurden. Die meisten der heute vorhandenen Wohnhäuser sind in den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden, als die Wohnungsnot besonders groß war. Viele dieser Bestandswohnungen und Wohnsiedlungen entsprechen nicht mehr den aktuellen Wohnbedürfnissen und -wünschen der Menschen. Auch ihr baulicher und technischer Zustand ist sehr häufig überholt und das Wohnumfeld ist nicht attraktiv.

Die Landesregierung hat das Ziel, dass möglichst viele dieser Wohnungen und Eigenheime auf den aktuellen Stand der Technik und der Wohnqualität gebracht werden. Sie unterstützt daher Eigentümerinnen und Eigentümer, die ihre Wohnungen oder ihre Eigenheim fit für die Zukunft machen möchten.

Dazu gehört vor allem:

  • bauliche Barrieren – also Schwellen, Stufen, Stolperfallen – abzubauen, damit das Zuhause in allen Lebenslagen und bis ins hohe Alter erhalten bleibt,

  • die Energieeffizienz des Gebäudes zu verbessern, um den Ausstoß von klimaschädlichem CO² und die Energiekosten zu senken,

  • die Wohnung bzw. das Eigenheim vor Einbruch zu schützen,

  • intelligente Haustechnik einzusetzen (Smart Living) und

  • ein sicheres und attraktives Wohnumfeld zu gestalten.

Zur Unterstützung solcher Modernisierungen stellt die Landesregierung jährlich 80 Mio. € zur Verfügung. Gefördert wird mit zinsgünstigen Baudarlehen der NRW.BANK in einer Höhe von bis zu 100.000 € pro Wohnung. 20 Prozent des Darlehens müssen als Tilgungsnachlass nicht zurückgezahlt werden. Im Gegenzug sind für diese geförderten Wohnungen Mietpreis- und Belegungsbindungen einzuhalten. Für die Eigentümerinnen und Eigentümer von selbstgenutzten Eigenheimen bzw. Eigentumswohnungen gelten Einkommensgrenzen. Die Fördervoraussetzungen und -konditionen sind in der Richtlinie zur Förderung der Modernisierung von Wohnraum in Nordrhein-Westfalen festgelegt.

Mit ihrer attraktiven Modernisierungsförderung trägt die Landesregierung dazu bei, möglichst viele Wohnungen und Eigenheime in Nordrhein-Westfalen auf Vordermann zu bringen und die Wohnkosten auch nach der Modernisierung bezahlbar zu halten.

 

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