Zwangsheirat
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Aktiv gegen Zwangsheirat

Zwangsverheiratung ist nach deutschem Recht strafbar. Betroffene können sich persönlich, telefonisch oder online beraten lassen. Auf Wunsch auch anonym.

Zwangsverheiratung ist eine Menschenrechtsverletzung, die nach deutschem Recht strafbar ist (§ 237 StGB). Mädchen und junge Frauen, die zumeist aus patriarchalisch geprägten Familien stammen, werden durch physische oder psychische Gewalt dazu gezwungen, eine ungewollte Ehe einzugehen. Vereinzelt werden aber auch junge Männer zwangsverheiratet. Allerdings ist die Abgrenzung zur arrangierten Ehe, die legal ist und Traditionen entspricht, in der Realität nicht immer einfach.

Den Betroffenen bieten zwei vom Land geförderte Fachberatungsstellen gegen Zwangsheirat Unterstützung und Hilfe. Die Fachberatungsstelle des Mädchenhauses Bielefeld berät telefonisch face-to-face und per geschützter Online-Beratung. Ratsuchende können sich anonym in deutscher, englischer, türkischer, kurdischer, arabischer, französischer und albanischer Sprache an die Einrichtung wenden. Eine umfangreiche mehrsprachige Internetseite bietet wichtige Informationen für Betroffene, aber auch für Vertrauenspersonen und Multiplikatorinnen. Dort findet sich auch eine Liste aller Einrichtungen in Nordrhein-Westfalen, die Betroffenen von Zwangsheirat vor Ort unterstützen.

Die Migrantinnenselbstorganisation agisra e. V. in Köln bietet ebenfalls spezifische Beratung zu Zwangsheirat an. Die Beratung kann anonym durch persönliche oder telefonische Gespräche erfolgen. agisra e. V. ermöglicht ebenfalls fremdsprachige Beratungen.