Hilfe für Männer
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Unterstützung für Männer

Erstmals wird Gewalt gegen Jungen und Männer umfassend in den Blick genommen, um ihre Situation zu verbessern.

Nicht nur Frauen werden Opfer von häuslicher Gewalt. Auch Jungen und Männer sind betroffen, allerdings gibt es für männliche Opfer nur eine punktuelle Hilfeinfrastruktur sowie kaum gesicherte Erkenntnisse über das Ausmaß der Betroffenen. Gewalt gegen Männer findet gesellschaftlich wenig Beachtung und wird oft von den Betroffenen verschwiegen.

Deshalb nimmt erstmals in Nordrhein-Westfalen eine Landesregierung die Situation von Gewalt betroffenen Jungen und Männern sowie Schwulen, Bisexuellen, Transgendern, Transsexuellen und intergeschlechtlichen Menschen (SBTTI) umfassend in den Blick. Mit gezielten Initiativen soll die Situation von Betroffenen verbessert werden. Dazu erstellt die Landesregierung einen Landesaktionsplan zur Bekämpfung von Gewalt gegen Jungen, Männer und SBTTI. Ziel des Landesaktionsplans ist es, Maßnahmen zur Prävention und nachhaltigen Bekämpfung von Gewalt gegen Jungen, Männer und SBTTI zu beschreiben und Impulse zur Schaffung von Rahmenbedingungen zu setzen, die umfassenden Schutz und eine bedarfsgerechte Unterstützung von Betroffenen gewährleisten. Der Landesaktionsplan soll 2021 dem Landtag vorgelegt werden. 

Hilfetelefon Gewalt an Männern und Schutzwohnungen

Als erste Bausteine zur Errichtung der Unterstützungsstruktur hat die Landesregierung Nordrhein-Westfalen gemeinsam mit dem Bundesland Bayern ein Hilfetelefon Gewalt an Männern ins Leben gerufen. Unter der Nummer 0800 123 99 00 können sich Männer melden, die von verschiedenen Arten von Gewalt betroffen sind – wie häuslicher und sexualisierter Gewalt, aber auch beispielsweise Stalking oder Zwangsheirat. Zusätzlich finden Betroffene auf der Internetseite www.maennerhilfetelefon.de ein digitales Beratungsangebot.

„Mann: Wähle Schutz!" Das Hilfetelefon ist deutschlandweit in dieser Form das einzige und erste Beratungsangebot für gewaltbetroffene Männer. Das Thema findet in unserer Gesellschaft immer noch wenig Beachtung. 

Darüber hinaus werden in Kürze Wohnungen für von Gewalt betroffene Männer zur Verfügung stehen. Auch hier gibt es eine enge Kooperation mit dem Bundesland Bayern.

Landesaktionsplan zur Bekämpfung von Gewalt gegen Jungen, Männer und SBTTI

Die Landesregierung arbeitet an der Erstellung eines Landesaktionsplans zur Bekämpfung von Gewalt gegen Jungen, Männer und SBTTI. Ziel des Landesaktionsplans ist es, Maßnahmen zur Prävention und nachhaltigen Bekämpfung von Gewalt gegen Jungen, Männer und SBTTI zu beschreiben und Impulse zur Schaffung von Rahmenbedingungen zu setzen, die umfassenden Schutz und eine bedarfsgerechte Unterstützung von Betroffenen gewährleisten.

Gegenstand des zu erarbeitenden Landesaktionsplans sind verschiedene Formen von Gewalt. Darunter fallen häusliche Gewalt, Zwangsheirat, sexualisierte, psychische und physische Gewalt sowie Hasskriminalität oder gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit, wie auch weitere Gewaltformen wie Cybergewalt und Gewalt in der Pflege. Ebenso soll das Thema Gewalt in der Öffentlichkeit und im Freizeitbereich, beispielsweise in der Fußballszene betrachtet werden. Homo- und transfeindlich motivierte Gewalt gegen SBTTI ist in allen Bereichen zu berücksichtigen.

Das Ministerium für Heimat, Kommunales Bau und Gleichstellung hat hierzu bereits Gespräche mit verschiedenen Einrichtungen und Akteurinnen und Akteuren im Bereich der Männerarbeit geführt, beispielsweise mit dem „hexenHaus" in Espelkamp, der Männerschutzeinrichtung Dresden, dem Sozialdienst Katholischer Männer e.V. Köln, dem Bundesforum Männer, dem Zartbitter Münster e.V., der Caritas Münster, der Sozialberatung Stuttgart e.V. und anderen. Die Ergebnisse dieser Gespräche werden in den LAP mit einfließen.

Mit Hilfe der Daten aus dem Viktimisierungssurvey und den Informationen aus den geführten Gesprächen wird der LAP erstellt und soll 2021 dem Landtag vorgelegt werden. Thematisch betroffene Ressorts der Landesregierung und externe Akteurinnen und Akteure, wie beispielsweise Männer-, Frauen- und Kinderschutzeinrichtungen, Interventions- und Koordinierungsstellen, Opferschutzbeauftragte der Polizei in Nordrhein-Westfalen, Freie Wohlfahrtsverbände und weitere relevante Netzwerkpartnerinnen und -partner wie beispielsweise die LAG Jungenarbeit und aus der SBTTI-Community, werden in Form von Arbeitsgruppen in den Entstehungsprozess des LAP eingebunden.

Dunkelfeldstudie

Immer noch werden Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung und solche häuslicher Gewalt/Partnerschaftsgewalt nur zu einem Teil tatsächlich zur Anzeige gebracht.Die Landesregierung hat sich frühzeitig darauf verständigt, eine Studie mit dem Ziel durchzuführen, die Daten der Polizeilichen Kriminalstatistik um Erkenntnisse zur Opfererfahrungen, Sicherheitsempfinden und Kriminalitätsfurcht zu ergänzen und so auch Aussagen zu Jungen und Männern zu erhalten. Dazu werden das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung, das Ministerium des Innern und das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen in 2019/2020 einen Dunkelfeldstudie durchführen. Mehr Informationen dazu hier.

Koordinierung der Bekämpfung von Gewalt gegen Männer und Frauen

Im Juli 2018 wurde die „Landeskoordinierungsstelle zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Männer" eingerichtet. Deren Aufgabe ist es im Besonderen, einen behörden- und institutionenübergreifenden Erfahrungs- und Informationsaustausch zu organisieren und zu moderieren sowie die Umsetzung der Landesaktionspläne fachlich zu begleiten. Die Landeskoordinierungsstelle fungiert zugleich als Bindeglied zu den in Nordrhein-Westfalen tätigen Beratungsstellen bei häuslicher Gewalt, die durch ihren pro-aktiven Ansatz zeitnah nach einem Polizeieinsatz den betroffenen Opfern ein Beratungsangebot unterbreiten.

Um einen ersten Überblick über Maßnahmen und Projekte der einzelnen Ressorts zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Männern zu erhalten, hat das Ministerium eine landesweite Abfrage in allen Ressorts der Landesregierung durchgeführt.

Hilfeinfrastruktur für männliche Opfer und Ratsuchende

Die Landesregierung arbeitet zurzeit an einer systematischen Auflistung der Hilfeinfrastruktur für Jungen und Männer. Die Art und Zahl der Einrichtungen, die angebotenen und in Anspruch genommenen Leistungen sowie die qualitativen Bedingungen der professionellen Arbeit und deren Finanzierung sollen hierbei erhoben werden.