Ortsschilder

Identitätsstiftung in den Orten

Die Zusatzbezeichnungen auf den Ortsschildern sind ein Beitrag zur Identitätsstiftung in den Orten.

Zusätzliche Bezeichnungen auf Ortsschildern sind ein Beitrag zur Identitätsstiftung und Gestaltung der Heimat. Räte der Gemeinden und Städte in Nordrhein-Westfalen können die Ergänzungen mit Drei-Viertel-Mehrheit beschließen, die dann noch vom Ministerium geprüft werden müssen. Voraussetzungen für die Genehmigung sind außerdem die korrekte Übersetzung und die richtige Schreibweise der Zusatzbezeichnungen auf den Ortsschildern. Die Änderungen sind als Zusatzbezeichnung in der Hauptsatzung der Kommunen (Regelungen über die Verfassung und die Organisation der Verwaltung auf lokaler Ebene) zu vermerken und können von der Gemeinde im Briefkopf und auf Behördenschildern geführt werden. Die Gemeinden und Kreise, die die Genehmigung des Ministeriums für die beschlossene Bestimmung oder Änderung der Bezeichnung beantragen, reichen den Antrag auf dem Dienstweg nach Düsseldorf ein.

Zusatzbezeichnungen auf Ortsschildern in Gemeinde- und Stadtteilen sind ebenfalls möglich. Beispiel: Eine plattdeutsche Ergänzung auf dem Ortseingangsschild der Stadt Haltern am See muss vom Ministerium genehmigt werden. Für den Ortsteil Lavesum können die Kommunalpolitiker eigenverantwortlich klären, welche Worte gewählt werden. Hier können die Räte gemäß des Ortsrechts selbst entscheiden. Der Gesetzgeber hat das Führen von Zusatzbezeichnungen zum Gemeindenamen für die Gemeinde selbst geregelt, nicht aber Ergänzungen für einzelne Gemeindeteile.

Namenszusätze sind künftig möglich, bei Bezeichnungen, die

  • die Übersetzung des Gemeindenamens in eine andere Sprache oder lokale oder regionale Sprachvariation (Mundart) darstellen

  • auf der Geschichte beruhen und mit einem wichtigen Ereignis oder einer bekannten Person verknüpft sind, so dass die Erinnerung gewahrt werden soll. Beispiel: Barbarossastadt (etwa Gelnhausen in Südhessen)

  • sich auf die Bedeutung einer Kommune beziehen

  • auf der heutigen Eigenart beruhen, also prägende Wirkung für die Gemeinde haben, etwa Universitätsstadt oder Europastadt

  • mehr als werbenden Charakter haben. Beispiel: Einen Ort als „Heimat der Apfelblüte“ zu benennen, reicht nicht. Begründung: Für Touristen sollen die Vergleichbarkeit und Verlässlichkeit der Zusatzbezeichnungen gesichert werden. Irreführungen und Fantasiebezeichnungen sollen damit verhindert werden.

Räte und Kreistage müssen mit einer Mehrheit von drei Vierteln der Mitglieder die Zusatzbezeichnung bestimmen. Mit der Genehmigung durch das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen wird die vom Rat/Kreistag beschlossene Bezeichnung amtliche Zusatzbezeichnung der Gemeinde/des Kreises.

Die Zusatzbezeichnung ist in der Hauptsatzung zu vermerken und kann von der Gemeinde/dem Kreis im Briefkopf und auf Behördenschildern geführt werden. Sie darf auch auf Ortsschildern verwendet werden. Nicht erforderlich ist dagegen, Pass- und Ausweisdokumente zu ändern. Hier reicht die Angabe der ausstellenden Behörde.

Weitere Hinweise enthält ein Informationsblatt des Ministeriums (PDF, 135 KB)

Übersicht über die bislang genehmigten amtlichen Bezeichnungen

Kommune Zusatzbezeichnung
Attendorn Hansestadt
Blankenheim Quellort der Ahr
Borgentreich Orgelstadt
Breckerfeld Hansestadt
Brüggen Burggemeinde
Drensteinfurt Stewwert
Enger Widukindstadt
Ennepetal Stadt der Kluterthöhle
Erkrath Fundort des Neanderthalers
Gescher Glockenstadt
Grefrath Sport- und Freizeitgemeinde
Haan Gartenstadt
Hagen Stadt der FernUniversität
Harsewinkel Die Mähdrescherstadt
Herford Hansestadt
Horstmar Stadt der Burgmannshöfe
Hövelhof Sennegemeinde
Holzwickede Emscherquellgemeinde
Hückeswagen Schloss-Stadt
Kerpen Kolpingstadt
Kevelaer Wallfahrtsstadt
Kreuzau Krözau
Leichlingen Blütenstadt
Lügde Stadt der Osterräder
Medebach Hansestadt
Meschede Kreis- und Hochschulstadt
Radevormwald Stadt auf der Höhe
Rödinghausen Ränghuisen
Roetgen Tor zur Eifel
Saerbeck NRW-Klimakommune
Schwerte Hansestadt an der Ruhr
Siegen Universitätsstadt
Solingen Klingenstadt
Stolberg Kupferstadt
Tecklenburg Die Festspielstadt
Waldbröl Marktstadt
Warburg Hansestadt
Wegberg Mühlenstadt
Werl Wallfahrtsstadt
Werther BöckstiegelStadt
Wipperfürth Hansestadt
Witten Universitätsstadt an der Ruhr