Wiederaufbau - Finanzielles

Wiederaufbau - Finanzielles

In Nordrhein-Westfalen wurden durch die Starkregen- und Hochwasserkatastrophe im Juli 2021 Schäden in Milliardenhöhe verursacht. Der Wiederaufbaufonds des Landes Nordrhein-Westfalen und des Bundes hilft den Geschädigten. Hier gibt es mehr Informationen.

Der "Wiederaufbaufonds Nordrhein-Westfalen" wurde mit einem Finanzvolumen in Höhe von rund 12,3 Milliarden Euro ausgestattet, um den Wiederaufbau von privater und öffentlicher Infrastruktur zu unterstützen:

Zusätzlich haben die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und die landeseigene Förderbank, die NRW.BANK, weitere Unterstützungsprogramme für die Geschädigten auf den Weg gebracht: 13. September 2021 - Übersicht über weitere Unterstützungsprogramme der Kreditanstalt für Wiederaufbau und der NRW.BANK

Aufbauhilfen für Privathaushalte und Unternehmen der Wohnungswirtschaft

Im Zuge des Schadensereignisses wurden zahlreiche Gebäude beschädigt oder zerstört. Privathaushalte und Unternehmen der Wohnungswirtschaft werden bei der Finanzierung von Maßnahmen zur Beseitigung unmittelbarer Schäden an Wohngebäuden durch die direkte Einwirkung des Schadensereignisses unterstützt. Dazu zählen unter anderem auch Sachschäden an Gebäuden, Wegen, Garagen und vergleichbaren Stellplätzen sowie Hausrat. Im Falle von Unternehmen der Wohnungswirtschaft oder bei privaten Vermieterinnen und Vermietern können die Schäden auch Mietausfälle bzw. die Verringerung von Mieteinnahmen (Einkommenseinbußen) umfassen.

Einen Leitfaden für die "Aufbauhilfen für Privathaushalte und Unternehmen der Wohnungswirtschaft" finden Sie hier: 21. September 2021: Hochwasser: Privathaushalte - Leitfaden Update - 1

Die Antragstellung erfolgt grundsätzlich elektronisch im Online-Förderportal auf Basis des dort bereitgestellten Online-Antrages. Erst- und Änderungsanträge können bis zum 30. Juni 2023 gestellt werden. 

Hier können Anträge auf eine Förderung gestellt werden: Zum Online-Förderportal.

Welche Unterlagen werden benötigt und wo bekomme ich was?

Sie besitzen eine Elementarversicherung (Gebäude, Inventar)?

Bei Bestehen einer Versicherung sind die Versicherungsunterlagen nebst Schadensdokumentation und Schadensregulierung dem Antrag beizufügen.

Sie besitzen keine Elementarversicherung (Gebäude, Inventar)?

Der entstandene Schaden und die für dessen Beseitigung notwendigen Kosten sind bei einer nicht bestehenden Schadensversicherung durch eine Sachverständige oder einen Sachverständigen, die oder der dazu befähigt ist, zu bescheinigen (Schadensbegutachtung nebst Gutachtenerstellung).

Um eine Sachverständige oder einen Sachverständigen zu finden, haben die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen, die Ingenieurekammer-Bau Nordrhein-Westfalen, der Westdeutsche Handwerkskammertag und die Industrie- und Handelskammern Nordrhein-Westfalen die nachstehenden Listen zur Verfügung gestellt. Maßgeblich ist, dass der Sachverständige entsprechend befähigt ist, einen Schaden festzustellen. Gleiches gilt für entsprechend qualifizierte bzw. zertifizierte Personen. Insoweit sind die veröffentlichen Listen nicht abschließend. Bei Schäden an einzelnen Gewerken ist die Begutachtung durch eine fachkundige Person ausreichend.

20. September 2021: Hochwasser: Sachverständige für Schadensbegutachtung – Industrie- und Handelskammern (MHKBG)

16. September 2021: Hochwasser: Sachverständige für Schadensbegutachtung – Handwerker (MHKBG)

16. September 2021: Hochwasser: Sachverständige für Schadensbegutachtung – Architekten und Ingenieure (MHKBG)

 

Das Schadensgutachten ist dem Antrag beizufügen. Ein Formular und eine Checkliste für die Begutachtung der Schäden finden Sie hier.

Hochwasser: Vereinheitlichte Berichterstattung über die Schadensbegutachtung für Zwecke der Antragsverfahren an den "Aufbaufonds Nordrhein-Westfalen"(Ingenieurkammer-Bau Nordrhein-Westfalen, Architektenkammer Nordrhein-Westfalen)

Hochwasser: Checkliste für den gutachterlichen Nachweis über den entstandenen Schaden, die für die Schadensbeseitigung und den nachhaltigen Wiederaufbau notwendigen Kosten (Ingenieurkammer-Bau Nordrhein-Westfalen, Architektenkammer Nordrhein-Westfalen)

 

Dies gilt nicht, wenn der Schaden die Grenze von 50 000 Euro nicht übersteigt.

Beachte: Unterhalb dieser Grenze sind die Schäden im Rahmen der Antragstellung nachzuweisen oder glaubhaft zu machen.

 

Benötigt werden weiter (allgemein benötigte Dokumente und Informationen):

  • eine gültige E-Mail-Adresse, über die Sie erreicht werden können
    >> Dies kann Ihre eigene E-Mail-Adresse sein oder die E-Mail-Adresse einer Ihnen vertrauten Person, zu der sie zu Zwecken der Antragstellung Zugang erhalten.
     
  • Personalausweis, Reisepass oder ein vergleichbares Dokument zur Identifikation
     
  • Ihre Steuer-Identifikationsnummer und die Ihrer Angehörigen
     
  • Angaben zum Grundstück, sofern die Daten bei Ihnen noch vorhanden sind: Grundbuch-Gemarkung, Grundbuchblatt, Flur und Flurnummer.
    bei Mieterinnen und Mietern: Mietvertrag
     
  • bei Versicherten: Versicherungsunterlagen nebst Schadensdokumentation und Schadensregulierung dem Antrag beizufügen (in Dateiform). 
    bei Nicht-Versicherten: Schadensgutachten; bei Schäden kleiner als 50 000 Euro sind diese im Rahmen der Antragstellung nachzuweisen (Rechnungen, Kostenvoranschläge und vgl.) oder glaubhaft zu machen (in Dateiform)
     
  • Bescheinigung über erhaltene Soforthilfen, Spenden und Leistungen Dritter (in Dateiform)
    >> Spenden und Leistungen Dritter, insbesondere Versicherungsleistungen haben dem Grunde und der Höhe nach – auch bei nachträglichem Hinzutritt – Vorrang vor einer Förderung nach dieser Richtlinie.
     
  • Planungsunterlagen, Kostenvoranschläge, Rechnungen, (Bau-)Genehmigungen, im Falle von Denkmälern auch eine Bescheinigung der Unteren Denkmalbehörde (in Dateiform), Anträge oder Bescheinigungen über andere öffentliche Förderungen, die ergänzend beantragt oder bewilligt wurden
     
  • bei Geltendmachung von Einkommenseinbußen: Kostengutachten
     
  • Ihre inländische Kontoverbindung
    >> Auf Auslandskonten erfolgen keine Auszahlungen

 

Im Falle von Unternehmen der Wohnungswirtschaft werden benötigt:

  • Ihre Umsatzsteuer-Identifikationsnummer
     
  • Nachweis der Vertretungsberechtigung
     
  • Nachweis über die vermieteten Einheiten in dem Gebäude
     
  • Hinweis: Die notwendige Zustimmung der zuständigen Aufsichtsbehörde für Billigkeitsleistungen an wohnungswirtschaftliche Unternehmen, an denen kommunale Gebietskörperschaften mit mehr als 50 Prozent beteiligt sind, gilt als ersetzt.

Aufbauhilfen für die Infrastruktur in Kommunen

Durch die Hochwasserkatastrophe wurden in vielen Städten und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen Teile der Infrastruktur beschädigt oder zerstört. Darunter auch Gebäude und Einrichtungen von Religionsgemeinschaften, die Körperschaften des öffentlichen Rechts sind, sowie der öffentliche Personennahverkehr. Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen unterstützt mit dem Wiederaufbaufonds betroffene Kommunen beim Wiederaufbau von und der Schadensbeseitigung an:

  • Städtebaulicher Infrastruktur wie historische Innenstädte, Denkmäler, Plätze, Brücken oder Parks
  • Sozialer Infrastruktur wie Anlagen zur Kinderbetreuung, Schulen oder Krankhäuser
  • Verkehrlicher Infrastruktur einschließlich der unbeweglichen ÖPNV-Infrastruktureinrichtungen und des Rad- und Fußverkehrs
  • Wasser- und abfallwirtschaftliche Einrichtungen wie Trinkwasserversorgungsanlagen, Kläranlagen oder Deponien
  • Kultureinrichtungen in öffentlicher oder gemeinnütziger Trägerschaft wie Museen, Theater, Bibliotheken oder soziokulturelle Zentren
  • Archiven und wichtigen Unterlagen privater Vereine, Stiftungen und gemeinnütziger Einrichtungen

In zwingenden Fällen können auch dringend erforderliche temporäre Maßnahmen über die Förderung unterstützt werden. Die Fördervoraussetzungen, mögliche Leistungsempfänger und alle weiteren Informationen finden Sie in der Förderrichtlinie: 10. September 2021 - Förderrichtlinie Wiederaufbau Nordrhein-Westfalen.

Anträge können bis zum 30. Juni 2023 online gestellt werden über das Online-Antragsverfahren.