Rheinisches Revier

Rheinisches Revier auf dem Weg von der Braunkohle- zur Boom-Region – Gemeinde Niederzier zeigt, wie es geht

26.04.2024

Das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen teilt mit:

Das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen, die Gemeinde Niederzier und die RWE Power AG treiben den Strukturwandel im Rheinischen Revier voran: Das RWE-Betriebsgelände „Tagesanlagen Hambach & Kohlebunker“ wird zu einem neuen Gewerbestandort mit hochwertigen Arbeitsplätzen entwickelt.

Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen, Frank Rombey, Bürgermeister der Gemeinde Niederzier, und Dr. Lars Kulik, Vorstandsmitglied der RWE Power AG, haben am Freitag, 26. April 2024, das Konzept für das Modellprojekt vorgestellt. In Zusammenarbeit mit der landeseigenen Starke Projekte GmbH hat die Gemeinde das Strukturkonzept beauftragt, das mit rund 70.000 Euro aus dem Bundesprogramm STARK gefördert wurde.

„Das Rheinische Revier macht sich auf den Weg von der Braunkohle- zur Boom-Region – und die Gemeinde Niederzier zeigt, wie es gehen kann. Die ‚Tagesanlagen Hambach & Kohlebunker‘ stehen im Mittelpunkt eines herausragenden Wandels. Wo heute noch Braunkohle über kilometerlange Bandanlagen zum Kohlebunker transportiert wird, sollen künftig Radfahrer und Fußgänger zum Ufer des Tagebausees Hambach flanieren. Bagger für den Bergbau sollen durch nachhaltige Gebäude für neue Arbeitsplätze ersetzt werden. Die zukünftige Nähe zum Hambach-See und die Entwicklung einer ‚urbanen Meile‘ im gewerblichen Sektor verleihen dem Standort besondere Qualitäten. Unter Federführung der gemeinsamen Gesellschaft von Land Nordrhein-Westfalen und der RWE Power AG ‚Perspektive.Struktur.Wandel GmbH (PSW)‘ in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Niederzier und der Neuland Hambach GmbH werden auf dem rund 120 Hektar großen Gebiet zudem Freizeit- und Wohnnutzungen ermöglicht. Mit dem Projekt schaffen wir nachhaltige Arbeitsplätze, zusätzlichen Wohlstand als Baustein für eine weiterhin lebendige Heimat“, sagt Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen.

Mit dem vom Planungsbüro plan-lokal erstellten Strukturkonzept liegen erste Vorstellungen der Partner für die nachhaltige Entwicklung des Geländes vor.

„Die bevorstehende Neugestaltung der Tagesanlagen Hambach ist ein leuchtendes Beispiel dafür, wie wir in Niederzier gemeinsam eine Brücke in die Zukunft bauen. Durch die Zusammenführung von gewerblicher Entwicklung und lebenswertem Raum setzen wir neue Maßstäbe für die Gestaltung unseres Gemeinwesens,“ sagte Niederziers Bürgermeister Frank Rombey. „Die Transformation der Tagesanlagen Hambach wird nicht nur nachhaltige sowie dringend notwendige Arbeitsplätze schaffen, sondern auch ein Ort sein, an dem sich unsere Bürgerinnen und Bürger wohlfühlen und entfalten können. Es ist unsere Aufgabe und unser Bestreben, diesen Wandel so zu gestalten, dass er die Vielfalt und Stärke unserer Gemeinschaft widerspiegelt.“

Dr. Lars Kulik, Vorstandsmitglied der RWE Power AG: „Wir übernehmen Verantwortung für die Region und die Menschen über den Kohleausstieg 2030 hinaus. Bereits heute setzen wir unsere Expertise und Ressourcen ein, um gemeinsam mit den Kommunen und dem Land Nordrhein-Westfalen im Rheinischen Revier die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass sich möglichst viele Unternehmen ansiedeln und hochwertige Arbeitsplätze entstehen können. Das vorgelegte Strukturkonzept zeigt, wie das am Tagebau Hambach, der vor gut 50 Jahren aufgeschlossen wurde, gelingen kann. Mit der Nachnutzung unserer Flächen können weitere Versiegelungen auf der grünen Wiese zum Schutz der Landwirtschaft vermieden werden.“

Weitere konkrete Schritte zur Umsetzung des Projektes sind die Fachgutachten, die unter anderem zu den Themen Verkehr, Entwässerung und Artenschutz erstellt werden. Diese bilden die Grundlage für eine kommunale Bauleitplanung, die ab 2025 gestartet werden soll. Die Planung sieht eine vielfältige Nutzungsmischung vor. Das Strukturkonzept will den Verkehr an das leistungsfähige Straßen- und Schienennetz anbinden, um eine nahtlose Integration in die regionale Infrastruktur zu ermöglichen. Zudem unterstreichen der Erhalt des Bestandsgrüns sowie die geplante Verteilung von öffentlichen Grünflächen, Waldgebieten und Verkehrswegen das Engagement für nachhaltige Entwicklungsziele.

Besonderes Augenmerk wird auf die Nachnutzung des Kohle- und Lössbunkers gelegt, der integraler Bestandteil des Gesamtkonzeptes werden soll. Erste Entwurfsüberlegungen zielen auch auf die Ansiedlung großflächiger Betriebe ab, wobei der Kopf des Kohlebunkers zu einer besonderen Landmarke entwickelt werden soll.

Hintergrund

  • Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen und die RWE Power AG haben die gemeinsame Gesellschaft „Perspektive.Struktur.Wandel“ gegründet: Ihr Ziel ist es, in enger Zusammenarbeit mit den jeweiligen Kommunen attraktive Nachnutzungsperspektiven für Standorte zu erarbeiten. Die Projektgesellschaft PSW wirkt damit maßgeblich an der Umsetzung des Kohleausstiegsgesetzes und des Strukturstärkungsgesetzes Kohleregionen mit. Insbesondere steht die Klärung von Entwicklungspotenzialen von ausgewählten, nicht mehr für den Betrieb erforderlichen Standorten der RWE Power AG im Vordergrund.
  • Das Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen unterstützt Kommunen über die landeseigene Starke Projekte GmbH, bei der Qualifikation von Projektideen. Erforderliche Gutachten und Planungen können beschafft und Kommunen bei der Akquise von Fördermitteln begleitet werden.
  • Bund und Land unterstützen die nachhaltige Transformation des Rheinischen Reviers mit mehr als 14,8 Milliarden Euro. Das Land flankiert die Förderung aus Bundesmitteln mit eigenen Haushaltsmitteln.
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